Aus- und Weiterbildung im Ausland

Aus- und Weiterbildung im Ausland

Auslandserfahrung macht sich gut im Lebenslauf und ist für viele Menschen eine unvergessliche Erfahrung, an die sie sich ihr Leben lang erinnern. Neben Reisen ins Ausland, Praktika oder Arbeiten im Ausland gibt es auch die Möglichkeit, die Berufsausbildung ganz oder teilweise im Ausland zu absolvieren oder sich im Ausland weiterbilden zu lassen. Bevor man sich dazu entschließt, die Aus- oder Weiterbildung im Ausland durchzuführen, sollte man sich jedoch informieren, ob die Aus- oder Weiterbildung im Ausland auch in Deutschland anerkannt wird. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn man nach der Aus- oder Weiterbildung plant, nach Deutschland zurückzukehren. Zudem kann es nicht schaden, sich nach Fördermöglichkeiten zu erkundigen. Beim Bund und der Europäischen Union gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich den Auslandsaufenthalt im Zuge einer Aus- oder Weiterbildung in Form eines Stipendiums oder anderer Fördermöglichkeiten finanzieren zu lassen. Eine wichtige Voraussetzung, um im Ausland erfolgreich eine Berufsausbildung abzuschließen oder eine Weiterbildung zu absolvieren, ist zudem, dass man die Sprache des Ziellandes beherrscht.

Berufsausbildung im Ausland

Wer in seinen Lebenslauf Auslandserfahrung aufnehmen möchte, hat zum Beispiel die Möglichkeit, die gesamte Berufsausbildung oder Teile der Berufsausbildung im Ausland zu machen. Allerdings sind hierbei die strengen Richtlinien zu beachten, ob und wann ein Abschluss, den man im Ausland erworben hat, auch in Deutschland anerkannt wird.

teilweise Berufsausbildung im Ausland

Nach dem Berufsbildungsgesetz von April 2005 darf ein Auszubildender bis zu 25 Prozent der Ausbildungszeit im Ausland absolvieren. Die Ausbildungszeit im Ausland wird aber nur anerkannt, wenn die erlernten Kompetenzen im Ausland dem Curriculum der Ausbildung in Deutschland entsprechen, oder der Auszubildende durch den Auslandsaufenthalt zusätzliche Kompetenzen erworben hat, die in Deutschland nicht vermittelt werden. Da der Auslandsaufenthalt in diesem Fall Teil der Ausbildung ist, wird für den Zeitraum des Auslandsaufenthalts die Ausbildungsvergütung und die Sozialversicherung weitergezahlt.

vollständige Berufsausbildung im Ausland

Wer seine gesamte Berufsausbildung im Ausland absolvieren und nach Abschluss der Ausbildung in Deutschland arbeiten möchte, sollte sich genau informieren, ob die Ausbildung in Deutschland anerkannt wird. In vielen anderen Ländern gibt es nämlich kein duales Ausbildungssystem, wie es in Deutschland besteht. In der Regel werden die Auzubildenden hauptsächlich in Berufsschulzentren ausgebildet und arbeiten lediglich in Form eines Praktikums in Betrieben. Zum Teil werden Berufsausbildungen in anderen Ländern nicht wie in Deutschland vergütet.

Wer mehr über die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse erfahren möchte, kann sich an die örtliche Industrie- und Handelskammer oder die Handwerskammer wenden. Darüber hinaus informiert auch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit über Ausbildungen im Ausland.

Weiterbildung im Ausland

Eine Weiterbildung im Ausland ist in vielerlei Hinsicht ein gute Investition in die eigene berufliche Zukunft.

Denn die Weiterbildung im Ausland kombiniert die Aneignung von Zusatzqualifikationen mit den positiven Effekten eines Auslandsaufenthalts:

  • die Erwerbung/Verbesserung von Sprachkenntnissen
  • das Arbeiten in einer internationalen Umgebung sowie
  • das Leben in einer anderen Kultur

Eine Weiterbildung im Ausland will gut geplant sein. Man sollte etwa ein Jahr vor dem geplanten Auslandsaufenthalt mit den Vorbereitungen beginnen.

Was es bei einer Weiterbildung im Ausland zu bedenken gibt:

  • Man sollte sich über das Ziel der Weiterbildung im Klaren sein, und wie man sich seine berufliche Zukunft nach der Weiterbildung
  • Es sollten ausreichend Sprachkenntnisse vorliegen, um die Weiterbildung im Ausland absolvieren zu können. Eventuell muss man die Sprachkenntnisse in einem Sprachkurs vorab auffrischen oder sich aneignen.
  • In manchen Ländern muss eine Aufenthaltsgenehmigung und/oder eine Arbeitserlaubnis für das Zielland beantragt werden.
  • Wenn man zu seinem alten Arbeitgeber nach der Weiterbildung zurückkehren möchte, muss dieser für die Weiterbildung grünes Licht geben und den Arbeitnehmer für den Zeitraum der Weiterbildung von der Arbeit freistellen.

Wer sich über Möglichkeiten der Weiterbildung im Ausland informieren möchte, kann dies bei der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung tun. Die IBS vermittelt Weiterbildungsmöglichkeiten, stellt Stipendien- und Fördermöglichkeiten vor und berät, wie man eine Weiterbildung im Ausland vorbereitet und finanziert.

Fördermöglichkeiten für Aus- und Weiterbildung im Ausland

Wenn man im Ausland eine Ausbildung oder eine Weiterbildung machen möchte, muss man diese nicht unbedingt vollständig aus eigener Tasche bezahlen. Bei verschiedenen Institutionen kann man sich über Fördermöglichkeiten informieren oder diese beantragen:

Die Nationale Agentur Bildung für Europa
Die Bundesregierung und die Europäische Union fördern die berufliche Weiterbildung im Ausland.

In Deutschland ist zur Förderung der beruflichen Weiterbildung die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) zuständig, das wiederum dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstellt ist. NABIBB betreut das Erasmus+ Programm, das bis 2013 unter dem Namen Programm für lebenslanges Lernen (PLL), Leonardo da Vinic und GRUNDTVIG lief. Auf der Website der NABIBB kann man sich über Fördermöglichkeiten der Aus- und Weiterbildung erkundigen. Teilnehmende Länder sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, Norwegen, Liechtenstein und Island sowie die Türkei und Mazedonien.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst

Der Deutsche Akademische Austauschdienst ist auf den wissenschaftlichen internationalen Austausch spezialisiert. Er vermittelt Stipendien für deutsche Studierende im Ausland und ausländische Studierende in Deutschland sowie für Promovendi oder Gastprofessoren.

Eurodesk

Die Eurodesk-Initiative ist ein europäisches Informationsnetzwerk mit Niederlassungen in ganz Europa. Sie informiert vor allem Jugendliche über: Studieren im Ausland, Austauschprogramme, Praktika, Arbeiten im Ausland und Fördermöglichkeiten.

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