Tipps zum besseren Lernen

Tipps zum besseren Lernen

Dem Einen fällt es schwer, zu lernen. Dem Anderen fällt der Lernstoff einfach so zu. Wer Probleme mit dem Lernen hat, kann mit Tricks und etwas Hintergrundwissen zu Neurowissenschaften und zum Lernverhalten schneller und einfacher lernen. Dazu müssen Sie kein Geld ausgeben oder Therapien machen. Es genügen ganz einfache Strategien, um mehr Erfolg beim Lernen zu haben.

Lernen Sie kurz vorm Einschlafen

Neurowissenschaftler haben es längst bewiesen: Kurz vorm Einschlafen Erlerntes bleibt länger und besser im Kopf haften.

Informationen, die länger im Hirn bleiben sollen, müssen über den Hippocampus in die Großhirnrinde gelangen. Das ist nur im Schlaf möglich. Deshalb ist es sinnvoll, erst kurz vorm Einschlafen Vokabeln oder anderes theoretisches Wissen auswendig zu lernen.

Vermeiden Sie danach Aufregung und Stress. Denn dann geht der Merkeffekt verloren. Das Hirn merkt sich das, was mit den stärksten Emotionen verbunden ist.

Ausdauerndes Lernen stärkt das Merkvermögen

Menschen, die als Kinder eine Sportart trainiert oder ein Instrument spielen gelernt haben, merken sich Dinge besser und langfristiger, als Menschen, die das ausdauernde Üben nie erlernt haben. Bei diesen Menschen bilden sich nicht die notwendigen Verbindungen in den Frontallappen, die benötigt werden, um sich langfristig etwas merken zu können.

Doch keine Panik! Diese Menschen sollten für Prüfungen unter Zeitdruck kurz vor den Prüfungen bzw. Klausuren lernen. Dieser so genannte Impulsgeber hilft beim Merken von Fakten, wenn auch nur kurzfristig. Auf Dauer bleibt das so Gelernte nicht im Gedächtnis haften.

Spicker unterstützen den Lernprozess

Spicker haben auch etwas Gutes: Wer sich den Lernstoff intensiv auf Zetteln notiert hat, benötigt während der Prüfungen und Klausuren keinen Spicker mehr. Das gilt allerdings nur für Notizen, die von Hand geschrieben wurden. Werden die Informationen bzw. der Lernstoff am Computer aus dem Internet rauskopiert und in das Dokument eingefügt, verpufft der Lerneffekt. Weder Augen noch Hirn erfassen die Informationen und können Sie so nicht abspeichern.

Eine gute Lernstrategie ist das schriftliche Abfragen, bei dem Sie das Lernen mit dem Aufschreiben des Lernstoffs verbinden. Fragen Sie sich einfach den Stoff im Kopf ab und schreiben Sie das Gelernte parallel dazu auf. Während der Arbeiten können Sie in Ihrem Gehirn wie in einem Buch blättern und die Informationen abrufen.

Kommunikation prägt Informationen ein

Wer kommuniziert, denkt. Während der gesamten Kommunikation werden Emotionen gesendet und empfangen. Das Hirn speichert nur die Informationen ab, mit denen die stärksten Emotionen verbunden waren. Vor allem Gestik, Mimik und Stimmlage spielen dabei eine große Rolle.

E-Mails, SMS oder Chatten helfen nicht dabei, sich die Informationen zu merken, da hier völlig Mimik, Stimmlage und Gestik fehlen. Selbst bei einem Videochat geht die Wirkung verloren.

Lernen Sie also mit Mitschülern oder Kommilitonen zusammen oder sprechen Sie mit ihnen nach dem Lernen über den Stoff. Sie werden merken, dass das Gelernte viel besser hängenbleibt, als beim stummen Lernen.

Die Zeit entscheidet über den Lerneffekt

Studien haben ergeben, dass Menschen einen unterschiedlichen Bio-Rhythmus besitzen. So stehen einige Menschen sehr früh auf und gehen zeitig schlafen, während andere Menschen ihren Tag erst mit der Prime time beginnen. Dementsprechend unterschiedlich ist die Zeit, in der am effektivsten gelernt wird.

Lerchen lernen am effektivsten in den Morgenstunden, während Eulen lieber nachts lernen. Der Lernerfolg ist derselbe. Sollten sich Lerngruppen bilden, ist die Zeit zwischen neun und elf Uhr vormittags die optimale Uhrzeit, um Lerchen und Eulen zu einer erfolgreichen Lerngruppe zu verbinden. In dieser Zeit sind beide Typen so aufnahmefähig, dass die Informationen besser verarbeitet und im Gedächtnis hängen bleiben. Die Lichtintensität ist um diese Uhrzeit hoch genug, um die Aufnahmebereitschaft des Gehirns zusätzlich zu steigern.

Schlaf, Ernährung und andere “Kleinigkeiten”

Lebens- und Essensgewohnheiten sind entscheidende Faktoren im Lernprozess. Wer sich übermüdet an den Tisch zum Lernen setzt, stößt schnell an seine Grenzen. Das Gehirn arbeitet nur mit halber Kraft und kann das Gelernte nur schlecht verarbeiten. Achten Sie auf genügend Schlaf. Jugendliche benötigen acht bis neun Stunden Schlaf, um wirklich ausgeschlafen zu sein.

Partys oder Alkohol sind ebenfalls Gift für den Lernerfolg. Alkohol dämpft nicht nur die Nerven. Er benebelt wortwörtlich die Hirnzellen. Daher sollte beim und vor dem Lernen auf den Genuss von Alkohol verzichtet werden. Nur ein wacher Geist ist aufnahmefähig. Die Aufnahmefähigkeit wird zusätzlich durch viel Trinken von Wasser, Säften, o. ä. verstärkt.

Treiben Sie zwischen den einzelnen Lernphasen Sport. Dabei werden nicht nur Glücksbotenstoffe freigesetzt. Hirn und Körper entspannen und sind aufnahme- und leistungsfähiger. Das Lernen fällt leichter und das Gelernte bleibt länger hängen.

Lernatmosphäre schaffen

Zu guter Letzt entscheidet die richtige Atmosphäre über den Erfolg des Lernens. Schalten Sie alle störenden Quellen wie laute Menschen, Straßengeräusche, Fernseher, Telefon und Radio aus. Es gibt zwar Menschen, die glauben, bei einem laufenden Fernseher oder Radio besser lernen zu können, das ist aber ein Irrglaube.

Nebengeräusche lenken vom Lernen und das Gedächtnis ab. Gelerntes bleibt nur halb so gut im Gedächtnis hängen. Eine ruhige Umgebung unterstützt den Lernerfolg.

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