Bewerbungstipps für Australien

Bewerbungstipps für Australien

Wenn man in Australien arbeiten möchte, sollte man sich direkt vor Ort um eine Arbeitsstelle bemühen. Nur die wenigsten Bewerber würden wahrscheinlich zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, wenn sie sich aus Deutschland bewerben, da die Entfernung einfach zu groß ist. Wer Kontakte in Australien hat, wird viel schneller einen Job finden als jemand ohne Kontakte. Der Großteil aller verfügbaren Stellen wird in Australien nämlich nicht öffentlich ausgeschrieben.

Die Bewerbungen in Australien sind, wie auch in Neuseeland und im anglo-amerikanischen Raum, eher kurz und knapp. Lediglich ein Anschreiben („cover letter“) und ein Lebenslauf („resume“) gehören dazu. Manchmal fügt man der Bewerbung auch ein Empfehlungsschreiben hinzu. Es ist zu empfehlen, die Bewerbungen direkt in englischer Sprache zu verfassen und sie nicht aus dem Deutschen zu übersetzen, da eine Übersetzung sich häufig eher holprig anhört.

Wer sich bei einer deutschen Firma in Australien bewirbt, sollte sich an die deutschen Gepflogenheiten für Bewerbungsunterlagen halten. Wenn man sich unsicher ist, was alles in die Bewerbungsmappe gehört, kann man das Unternehmen auch anrufen und nachfragen, welchen Umfang die Bewerbung haben sollte.

Was zu den Bewerbungsunterlagen gehört

Eine Bewerbung in Australien umfasst in der Regel das Anschreiben und den Lebenslauf sowie eventuell Empfehlungsschreiben.

Das Anschreiben

Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Dabei sollte man sich, was die eigenen Berufserfahrungen und Qualifikationen betrifft, an der Stellenanzeige orientieren und vor allem die Kompetenzen benennen, die für die angebotene Stelle relevant sind. Am besten ist es, wenn man im Anschreiben einen Ansprechpartner direkt anreden kann.

Hier noch ein paar Tipps für das Anschreiben:

  • Man beginnt mit dem eigenen Namen und den Kontaktdaten, gefolgt vom Namen des Ansprechpartners sowie dem Namen und der Adresse des möglichen Arbeitgebers
  • Eine Betreffzeile ist bei australischen Bewerbungen unüblich
  • Das Anschreiben direkt an eine Person richten
  • Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein

Der Aufbau des Anschreibens sieht wie folgt aus:

Absatz 1: Wie man von der Stellenanzeige erfahren hat, und warum man sich bewirbt.

Absatz 2: Kompetenzen und Berufserfahrungen benennen, die für die angebotene Stelle relevant sind und verdeutlichen, warum man die geeignete Person für die Position ist

Absatz 3: Den Wunsch äußern, dass man sich gerne persönlich vorstellen möchte

Der Lebenslauf

Übliche Schriftarten des Lebenslaufs in Australien sind Times New Roman oder Arial in den Schriftgrößen 11 oder 12. Der Lebenslauf ist anti-chronologisch. Die letzte Arbeitsstelle oder der zuletzt abgeschlossene Studiengang werden zuerst genannt. Ein Lichtbild ist unerwünscht, und man sollte möglichst keine persönlichen Angaben machen. Allerdings wird Letzteres nicht so strikt gehandhabt wie zum Beispiel in Kanada oder in den USA. Wenn man glaubt, dass das Alter oder der Familienstand für die Stelle von Vorteil sein könnten, darf man die Angaben machen. Die Ausbildung und die Qualifikationen sollten so übersetzt sein, dass der mögliche Arbeitgeber versteht, worum es geht.

Aufbau des Lebenslaufs:

  • Persönliche Angaben/Kontakdaten
  • Ausbildung
  • Berufserfahrung, mit Name und Adresse des Arbeitgebers sowie Nennung des eigenen Aufgabenbereichs
  • Praktika
  • Weitere Kenntnisse, wie EDV-Kenntnisse, Fremdsprachenkenntnisse etc.
  • Weitere Angaben: z.B. Stipendien, Veröffentlichungen, ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Angaben von Referenzen, Name Adresse, Telefonnummer/E-Mail
  • Der Lebenslauf sollte nicht länger als eine bis zwei Seiten sein

Nähere Informationen zum Aufbau eines Lebenslaufs gibt es beim JobAccess-Programm der australischen Regierung.

Referenzen

In Australien kommen Empfehlungsschreiben eine viel größere Bedeutung zu als Arbeitszeugnisse. Wer deutschsprachige Empfehlungsschreiben hat, sollte diese übersetzen lassen und sie zu einem eventuellen Vorstellungsgespräch mitnehmen. Empfehlungsschreiben sollten von hochrangigen Personen, wie Hochschullehrern oder dem früheren Arbeitgeber verfasst sein. Üblich ist es auch, am Ende des Lebenslaufs „referees“ anzugeben, d.h. Name, Titel, Position und Kontaktdaten von Personen, die dem möglichen Arbeitgeber über den Bewerber Auskunft geben können. Wer diese Daten nicht in die Bewerbung mit aufnehmen möchte, kann auch angeben, dass die Angaben auf Wunsch nachgeliefert werden („references will be supplied upon request“).

Anerkennung von deutschen Abschlüssen

Deutsche Berufs- und Studienabschlüsse werden in Australien in der Regel ohne Probleme anerkannt. Dafür zuständig ist das AEI-NOOSR der australischen Bildungsbehörde. Bestimmte Berufsgruppen müssen sich in Australien allerdings registrieren lassen oder um eine Zulassung bemühen. Dazu gehören: Ärzte, Krankenpfleger oder Ingenieure. Über die Richtlinien zur Anerkennung ausländischer Berufsausbildungen oder Studienabschlüssen informiert die australische Erziehungs- und Ausbildungsbehörde  „Department of Education“.

Das Vorstellungsgespräch

Bewirbt man sich aus Deutschland, wird das erste Vorstellungsgespräch sehr wahrscheinlich telefonisch oder über Videoverbindung (zum Beispiel Skype) abgehalten werden. Erst dann entscheidet der möglich Arbeitgeber, ob er den Kandidaten zu einem Gespräch nach Australien einlädt. Befindet man sich bereits in Australien, wird man eher direkt zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Das Vorstellungsgespräch läuft so ähnlich ab wie in Deutschland. Man sollte sich gepflegt kleiden und seinem Gesprächspartner zur Begrüßung die Hand reichen. Da man der Bewerbung keine Zeugnisse und Diplome beifügt, ist es üblich, zum Vorstellungsgespräch eine englische Übersetzung dieser Dokumente mitzunehmen.

Wie in Neuseeland ist es auch in Australien gern gesehen, wenn ein Kandidat sich nach dem Vorstellungsgespräch in einem „Nachfassbrief“ oder dem sogenannten „thank-you-letter“ für das Gespräch bedankt und nochmals betont, noch immer an der Stelle interessiert zu sein.

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