Bewerbungstipps für Dänemark

Bewerbungstipps für Dänemark

In Dänemark bewirbt man sich auf eine ausgeschriebene Stelle. Initiativbewerbungen sind in Dänemark eher unüblich. Es ist mittlerweile Standard, Bewerbungen per E-Mail zu verschicken. Wer seine Bewerbung auf dem Postweg sendet, muss damit rechnen, dass er sie ungelesen zurückbekommt. Die Bewerbung sollte in sehr gutem Dänisch verfasst sein. Es sein denn, in der Stellenausschreibung wird eine andere Sprache, etwa Englisch, gewünscht. Insgesamt ist eine gute Beherrschung des Dänischen in Wort und Schrift Voraussetzung, um in Dänemark eine Stelle zu bekommen. Dies sollte man in der Bewerbung und beim Vorstellungsgespräch unter Beweis stellen können. In bestimmten Branchen reicht es aus, wenn man Englisch beherrscht. Sollte der Arbeitgeber eine Übersetzung der Ausbildungs- oder Arbeitszeugnisse verlangen, ist es zumeist ausreichend, diese ins Englische zu übersetzen. Wenn man sich nicht sicher ist, welche Unterlagen in die Bewerbung gehören, darf man sich auch telefonisch erkundigen, welchen Umfang die Bewerbung haben sollte.

Was zu den Bewerbungsunterlagen gehört

Die Bewerbung ist in Dänemark kürzer als in Deutschland. Sie umfasst in der Regel lediglich ein Anschreiben und einen Lebenslauf. Nur bei öffentlichen Stellen werden schon mal Ausbildungs- und Hochschulzeugnisse verlangt. Ein Lichtbild gehört in Dänemark nicht zur Bewerbung. Wer schon länger gearbeitet hat, braucht der Bewerbung keine Abschlusszeugnisse hinzuzufügen. Hier zählen allein die Arbeitserfahrung oder das letzte Arbeitszeugnis. Letzteres sollte man nur dann mitschicken, wenn in der Stellenausschreibung danach gefragt wird. Handelt es sich bei der Bewerbung um eine Stelle, für die man eine Zulassung braucht, zum Beispiel als Arzt, ist es von Vorteil, wenn man die Zulassung der Bewerbung schon beifügen kann.

Das Anschreiben

Das Anschreiben darf, im Gegensatz zu anderen Ländern, in Dänemark auch schon mal zwei Seiten lang sein. Der Brief sollte einen deutlichen und geschäftlichen Ton haben. Von ausländischen Bewerbern wird erwartet, dass sie herausstellen, warum sie unbedingt in Dänemark arbeiten möchten. Die Umgangsformen sind in Dänemark weniger förmlich als in Deutschland. Es ist dort Gewohnheit, sich unter Kollegen und auch mit dem Chef zu duzen. Beim Anschreiben kann man auf eine direkte Anrede verzichten und mit einer Überschrift beginnen.

Eine Besonderheit von Bewerbungen in Dänemark ist, dass man das Gehalt des letzten Arbeitsplatzes angeben sollte. Es ist nicht ratsam, hier zu schummeln, da die Angaben möglicherweise überprüft werden. Das Gehalt beim neuen Arbeitgeber in Dänemark wird sich am letzten Gehalt orientieren.

Aufbau des Anschreibens:

  1. eigene Adresse
  2. Adresse des Arbeitgebers
  3. Datum
  4. Überschrift
  5. Text

Inhalt des Textes:

  1. Wie man von der Stelle erfahren hat und warum man sich, insbesondere als Ausländer, auf die Stelle bewirbt.
  2. Welche Qualifikationen und Berufserfahrung man mitbringt, die für die Stelle wichtig sind.
  3. Welche anderen Kompetenzen man besitzt, die für die Stelle wichtig sein könnten.
  4. Den Wunsch äußern, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen zu werden.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf wird tabellarisch in anti-chronologischer Reihenfolge aufgesetzt.

Es ist anzuraten, auch persönliche Interessen, wie Hobbys oder ehrenamtliches Engagement im Lebenslauf zu benennen. Der Lebenslauf sollte zwei Seiten nicht überschreiten.

Referenzen

Referenzen sind in Dänemark von größerer Bedeutung als in Deutschland. Diese sollte man mit Namen, Position und Kontaktdaten am Ende des Lebenslaufs angeben. Den Arbeitgeber, bei dem man zu dem Zeitpunkt noch beschäftigt ist, sollte man allerdings nicht als Referenz benennen.

Aufbau des Lebenslaufs:

  1. Angaben zur Person
  2. Ausbildung
  3. Berufserfahrung
  4. Praktika
  5. weitere Kenntnisse
  6. Hobbys etc.
  7. Referenzen

Man kann auch einen Europass-Lebenslauf einsenden, den man auf der Website des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) erstellen kann.

Anerkennung von deutschen Abschlüssen

Unter den Mitgliedsländern der Europäischen Union gibt es eine Regelung bezüglich der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen. Allerdings ist die Anerkennung des Berufsabschlusses für die meisten Arbeitsstellen in Dänemark nicht relevant. Der mögliche Arbeitgeber entscheidet, ob der Bewerber die nötigen Qualifikationen durch die Berufserfahrung mitbringt. Ausgenommen hiervon sind natürlich Berufe, die einer staatlichen Anerkennung bedürfen, wie zum Beispiel Berufe im Gesundheitswesen oder Lehrberufe.

Das Vorstellungsgespräch

In Dänemark läuft das Vorstellungsgespräch informeller ab als in Deutschland. Häufig duzt man sich. Die Kleidung sollte beim Vorstellungsgespräch dem Unternehmen angemessen sein. Der Bewerber muss damit rechnen, dass er vor dem Vorstellungsgespräch einem Persönlichkeitstest unterzogen wird.

Im Gegensatz zu Deutschland sind in Dänemark im Vorstellungsgespräch auch Fragen zu den persönlichen Lebensumständen erlaubt. So kann es passieren, dass man zum Familienstand, Kindern oder der Familienplanung befragt wird. Da Dänemark ein großes Drogen- und Alkoholproblem hat, kann es sein, dass man zu Beginn des Gesprächs Fragen zu seinem eigenen Verhalten gegenüber Drogen und Alkohol gestellt bekommt. Wer das Vorstellungsgespräch in gutem Dänisch absolvieren kann, hat die Möglichkeit, extra zu punkten. Von Vorteil ist es auch, wenn man bereits persönliche Kontakte in Dänemark hat, die einen empfehlen können. Wer weitere Fremdsprachenkenntnisse besitzt, sollte dies unbedingt erwähnen. Insbesondere die Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch sind in Dänemark gefragt.

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