Bewerbungstipps für Irland

Bewerbungstipps für Irland

Die Bewerbung und der Bewerbungsprozess laufen in Irland so ähnlich ab wie in Großbritannien. In den meisten Fällen braucht man lediglich ein Anschreiben und einen Lebenslauf als Bewerbung zu verschicken.

Zusätzlich haben Referenzen einen hohen Stellenwert bei Bewerbungen in Irland. Entweder man versendet ein Empfehlungsschreiben gleich mit, oder man gibt die Referenzen im Lebenslauf an. Die Bewerbung muss in englischer Sprache verfasst sein. Es sei denn, in der Stellenausschreibung wird eine andere Sprache gewünscht. Kopien von Zeugnissen sind der Bewerbung in englischer Übersetzung beizufügen. Bewerbungen werden per Post oder per E-Mail verschickt. Große Firmen bieten häufig auch die Möglichkeit der Online-Bewerbung. In Irland ist es durchaus üblich, Initiativbewerbungen zu verschicken. Es kann auch sinnvoll sein, nach vakanten Stellen auf der Website großer Unternehmen Ausschau zu halten. Denn häufig werden die freien Stellen nur dort ausgeschrieben.

Was zu den Bewerbungsunterlagen gehört

In Irland gehören zu den Bewerbungsunterlagen ein Anschreiben („cover letter“) sowie ein Lebenslauf („CV“). Man kann der Bewerbung auch Kopien von Ausbildungszeugnissen zufügen. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Arbeitszeugnisse sind in Irland nicht üblich. Viel lieber ist es den möglichen Arbeitgebern, wenn der Bewerbung Empfehlungsschreiben beigefügt werden. Lichtbilder gehören in Irland nicht zu einer Bewerbung dazu. Wenn man die Bewerbung per Post verschickt, sollten die einzelnen Blätter nicht in einer Mappe abgeheftet werden. Besteht der Lebenslauf aus mehreren Blättern, sind diese zu nummerieren.

Das Anschreiben

Das Anschreiben sollte kurz sein, nicht länger als eine Seite, und sich auf die gegenwärtige Tätigkeit sowie die Fähigkeiten des Bewerbers konzentrieren. Dies gilt, wenn man sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewirbt. Handelt es sich bei der Bewerbung um eine Initiativbewerbung, so ist das Anschreiben etwas ausführlicher zu gestalten. Hier sollte man insbesondere darlegen, warum man sich gerade bei diesem Unternehmen bewerben möchte. Das Anschreiben sollte auch in diesem Fall nicht länger als ein bis zwei Seiten sein.

Aufbau des Anschreibens:

Grundsätzlich ist das Anschreiben wie folgt aufgebaut:

  • eigene Kontaktdaten
  • Kontaktdaten des Arbeitgebers
  • Datum
  • Ansprechpartner direkt ansprechen
  • Text
  • Grußformel
  • Unterschrift

Inhalt des Textes:

  1. Wie man auf die Stelle aufmerksam geworden ist, und warum man sich bewirbt. Wenn man sich aus Deutschland bewirbt, warum man in Irland arbeiten möchte.
  2. Relevante Arbeitserfahrung und Qualifikationen benennen, die man für die angebotene Stelle mitbringt.
  3. Zusätzliche Qualifikationen angeben, die für die Stelle auch interessant sein könnten.

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte drei Seiten nicht überschreiten. In der Regel wird der Lebenslauf in tabellarischer Form in anti-chronologischer Reihenfolge verfasst. Allerdings gibt es auch Arbeitgeber, die am Anfang des Lebenslaufs eine kurze Stellungnahme des Bewerbers wünschen. In der Stellungnahme legt man dar, welche Fähigkeiten man in das Unternehmen mitbringt, inwieweit man Verantwortung übernehmen kann, und welche beruflichen Ziele man sich gesteckt hat. Damit der Lebenslauf nicht zu lang und unübersichtlich wird, sollte man sich auf die Informationen beschränken, die für die Stelle relevant sind, auf die man sich bewirbt.

Der Lebenslauf ist folgendermaßen aufgebaut:

  • Persönliche Angaben/Kontakdaten
  • Ausbildung
  • Berufserfahrung
  • Praktika
  • Weitere Kenntnisse
  • Angaben von Referenzen

Referenzen

Von größerer Bedeutung als Arbeitszeugnisse sind in Irland Empfehlungsschreiben („letters of reference“). Wenn man ein solches Empfehlungsschreiben von einem früheren Arbeitgeber oder einem Hochschullehrer bekommen kann, sollte man es der Bewerbung hinzufügen. Alternativ gibt man am Ende des Lebenslaufs den Namen und die Kontaktdaten von möglichen Referenzgebern an, die dann vom Arbeitgeber, bei dem man sich bewirbt, kontaktiert werden können. Wenn man im Lebenslauf keine Referenzgeber benennen möchte, kann man auch sagen, dass man diese auf Wunsch angiebt („referees available on request“).

Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (CEDEFOP) bietet auf seiner Website darüber hinaus die Möglichkeit, einen online Lebenslauf zu erstellen, der in allen Mitgliedsländern der Europäischen Union anerkannt wird.

Tipp: Um eine realistische Chance auf eine Arbeitsstelle zu haben, sollte man nach dem Versenden der Bewerbungsunterlagen im Gespräch bleiben. Es ist durchaus üblich, sich ein paar Tage später telefonisch zu erkundigen, ob die Bewerbungsunterlagen angekommen sind, ob noch weitere Informationen benötigt werden, oder ob es noch Fragen seitens des möglichen Arbeitgebers gibt.

Anerkennung von deutschen Abschlüssen

Eine Anerkennung deutscher Berufsausbildungen und Hochschulabschlüsse ist aufgrund von Richtlinien der Europäischen Union grundsätzlich gegeben. Allerdings gibt es hier auch Ausnahmen. Dies betrifft insbesondere Berufe, für die man eine Zulassung benötigt. Nähere Informationen zur Anerkennung deutscher Abschlüsse in Irland erhält man beim „Quality and Qualifications Ireland (QQI)- Qualifications recognition“.

Das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch hat in Irland einen eher informellen Charakter. Trotzdem sollte man sachlich und höflich bleiben, dem Unternehmen angemessen gekleidet sein und pünktlich erscheinen. Wenn man als Bewerbung nur Anschreiben und Lebenslauf versandt hat, sollte man zum Vorstellungsgespräch auch Diplome und Zeugnisse mitnehmen, am besten in übersetzter Form. In Irland sind Einstellungstests eine gängige Praxis. Welcher Art die Tests sind, hängt vom Unternehmen und der angebotenen Stelle ab. So werden bei Führungskräften häufig Persönlichkeitstests durchgeführt. Handelt es sich bei der angebotenen Stelle um einen technischen Beruf, können auch praktische Tests auf dem Programm stehen. Assessment Center sind eher selten. Sie werden in der Regel nur von großen Unternehmen in Anspruch genommen, die Stellen im Management zu vergeben haben.

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