In den USA leben und arbeiten

In den USA leben und arbeiten

Tipps für Auswanderer

Viele Menschen träumen davon, in die USA auszuwandern. Niedrige Steuern und Lebenshaltungskosten sind jedoch in der Regel nicht der Grund, warum die USA als Einwanderungsland so attraktiv sind. Denn auch dort muss man Steuern zahlen, und die Lebenshaltungskosten sind im Vergleich zu Deutschland zum Teil sogar höher. Beim Auswandern in die USA spielt vielmehr der Freiheitsgedanke eine wichtige Rolle, sich im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ selbst zu verwirklichen und dem eigenen Traum vom Lebensglück nachzugehen.

Früher war es relativ einfach, in die USA auszuwandern oder zumindest dort zu arbeiten, ohne nach einer Greencard gefragt zu werden. Seit den Anschlägen auf die Twin Towers am 11. September 2001 haben sich die Einwanderungsbedingungen jedoch erheblich verschärft. Heute braucht man eine gute Ausbildung, Hartnäckigkeit und ein bisschen Glück, wenn man sein Leben in den USA verbringen möchte. Die Beherrschung der englischen Sprache in Wort und Schrift ist natürlich selbstverständlich.

Für wen eignen sich die USA als Auswanderungsland?

Die USA als Auswanderungsland sind vor allem für hochqualifizierte Angestellte oder Selbstständige sowie für Rentner mit Vermögen interessant. Die Arbeitswelt ist dort sehr leistungs- und erfolgsorientiert. Beruflich erfolgreiche Menschen erhalten in den USA mehr Anerkennung als in Deutschland. Die Jahresgehälter liegen zum Teil bei mehreren 100.000 Dollar. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten auch entsprechend hoch.

Wer jedoch auf die finanzielle Hilfe des Staates angewiesen ist, dem geht es eher schleicht. Zwar gibt es eine staatliche Rentenversicherung, Krankenversicherungen und Arbeitslosengeld, doch werden hier lediglich die grundlegendsten Bedürfnisse der Hilfeempfänger abgedeckt.

Folgende Personengruppen haben gute Chancen auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt:

  • herausragende Persönlichkeiten aus dem Bereich Sport, Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft
  • Fachkräfte mit Hochschulabschluss
  • Fachkräfte mit Bachelor-Abschluss sowie Facharbeiter mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung

Schließlich ist es von Vorteil, wenn der Auswanderungswillige ein finanzielles Polster besitzt, auf das er in der Anfangszeit, in Notsituationen oder bei Rückschlägen, wegen des unzureichenden sozialen Fangnetzes in den USA, zurückgreifen kann.

Voraussetzungen für ein unbegrenztes Visum

Wer in die USA auswandern möchte, braucht nach einem Aufenthalt, der länger als 90 Tage dauert, ein unbegrenztes Visum. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man ein solches Visum bekommen kann:

  • aufgrund einer Familienzusammenführung: Eltern, Kinder, Ehepartner und Geschwister eines US-Staatsbürgers können ein unbegrenztes Visum beantragen, um in die USA nauchzureisen. Allerdings muss der US-Staatsbürger mindestens 21 Jahre alt sein. Die Vergabe der Visa bei einer Familienzusammenführung sind jedoch pro Jahr begrenzt. Es kann also sein, dass man mehrere Jahre warten muss, bis man ein Visum erhält.
  • wenn man einen Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen in den USA unterschrieben hat: Wer einen Arbeitsvertrag von einem Unternehmen in den USA in der Tasche hat, wird bei der Vergabe eines Visums bevorzugt behandelt. Allerdings ist auch hier die Zahl der jährlich zu vergebenen Visa begrenzt.
  • wenn man in den USA investieren möchte: Selbstständige haben sehr gute Chancen, ein unbegrenztes Visum zu bekommen, wenn sie in den USA investieren und mindestens zehn Arbeitsplätze schaffen. Allerdings brauchen sie ein Mindestkapital von 50.000 bis 1 Million Dollar. Dies ist je nach US-Bundesstaat unterschiedlich.
  • als Gewinner der Greencard-Lotterie: Wer die oben genannten Bedingungen für ein unbegrenztes Visum nicht erfüllt, kann auch auf sein Glück hoffen und an der jährlichen Greencard-Verlosung teilnehmen. Die Greencard-Lotterie wird auch „Diversity Immigrant Visa Program“ genannt. Jedes Jahr werden auf diese Weise 50.000 Greencards verlost. Teilnahmevoraussetzungen sind ein Schulabschluss, der dem US-amerikanischen High School-Abschluss entspricht sowie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung.

Informationen zu der Beantragung eines unbegrenzten Visums für die Einreise in die USA erhält man bei der US-amerikanischen Botschaft in Berlin oder bei den US-amerikanischen Konsulaten in Düsseldorf, Frankfurt, München, Leipzig und Hamburg. Wenn man sich als Greencard-Besitzer fünf Jahre in den USA aufgehalten hat, kann man die US-amerikanische Staatsbürgerschaft beantragen. Um die deutsche Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, braucht man eine Beibehaltungsgenehmigung. Informationen hierzu gibt es beim Bundesverwaltungsamt in Köln.

Der Umzug in die USA: Worauf man alles achten muss

Ein Umzug in die USA will gut geplant sein. Viele Dinge können schon vorab von Deutschland aus geregelt werden. Andere wiederum muss der Auswanderer vor Ort in den USA vornehmen.

Was man schon in Deutschland regeln kann:

  •  Papiere: Wer dauerhaft aus Deutschland wegzieht, muss sich beim Einwohnermeldeamt in der zuständigen Gemeinde abmelden. Die Abmeldebestätigung sollte gut aufbewahrt werden. Man braucht sie immer wieder, zum Beispiel, wenn man einen neuen Reisepass beantragen möchte. Man benötigt die Abmeldebstätigung nicht für eine Meldung beim Einwohnermeldeamt in den USA. Eine Meldepflicht gibt es in den USA nicht. Zur Einreise in die USA benötigt man zudem einen gültigen Reisepass sowie das entsprechende Visum. Wer einen Führerschein hat und in den USA Auto fahren möchte, sollte diesen nach Ankunft in den USA in einen US-amerikanischen Führerschein umtauschen. Dies ist wichtig, da es in den USA keine Personalausweise gibt. Die meisten Menschen tragen stattdessen ihren Führerschein mit sich herum, in dem alle wichtigen Informationen eingetragen sind.
  • Rente und Altersvorsorge: Zwischen Deutschland und den USA besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Dieses gewährleistet, dass alle bereits in Deutschland erworbenen Rentenansprüche bei einer Auswanderung in die USA erhalten bleiben. Genauso werden die in den USA erworbenen Rentenansprüche auf die deutsche Rente angerechnet. Trotzdem ist zu empfehlen, sich vor der Auswanderung mit der Deutschen Rentenversicherung in Verbindung zu setzen und zu klären, ob alle benötigten Unterlagen vorliegen, oder man zum Beispiel noch Rentenversicherungsnachweise erbringen muss.
  • Wenn der Hausrat mit auswandern soll: Möchte man sein Hab und Gut aus Deutschland in die USA mitnehmen, sollte man eine Spedition beauftragen, die den Hausrat per Schiff transportiert. Alle in die USA eingeführten Gegenstände, müssen in einer Packliste „Goods of Follow“ vermerkt werden. Diese Liste ist sowohl der Spedition mitzugeben als auch dem US-amerikanischen Zoll vorzulegen. Der eingeführte Hausrat muss vom Eigentümer direkt am Hafen abgeholt werden. Elektrogeräte sollten lieber nicht mit in die USA genommen werden. Da die USA über ein anderes Stromnetz als das deutsche verfügen, sind die eingeführten Geräte dort nur mittels eines Adapters oder eines Transformators zu gebrauchen.

Was in den USA geregelt werden muss:

  • Wohnungssuche: Bei der Wohnungssuche in den USA sollte vor allem die Lage der Wohnung ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl sein. Es ist nicht zu empfehlen, eine Wohnung anzumieten, die man noch nicht vorher gesehen hat. Informationen zu Mietwohnungen und Immobilien erhält man in den Samstagsausgaben der lokalen Tageszeitungen oder auch im Internet, u. a. bei apartments.com oder  bei apartmenthomeliving.com.  Man kann auch die Straßen entlangfahren und nach den „For Rent“-Schildern in Vorgärten suchen.  
  • Beantragung der Social Security Number (SSN): Die SSN beantragt man bei einer Stelle der Social Security Administration, wenn man sich bereits im Land mit einem unbegrenzten Visum aufhält. Man benötigt die SSN nicht nur, um in den USA arbeiten zu können. Auf vielen Formularen, sei es ein Antrag auf Strom, für ein Telefon oder beim Unterschreiben eines Mietvertrages, wird nach der SSN gefragt.
  • Einrichtung eines Bankkontos: Die Einrichtung eines Bankkontos ist in den USA kein Problem, wenn der Einwanderer ein regelmäßiges Einkommen nachweisen kann. Überweisungen sind in den USA eher unüblich. Rechnungen, auch die Strom- und Telefonrechnung, werden per Scheck bezahlt.
  • Krankenversicherung: Die Gesundheitskosten sind in keinem anderen Land so hoch wie in den USA. Deshalb ist es unbedingt notwendig, eine Krankenversicherung abzuschließen. Hierbei handelt es sich zumeist um Gruppenkrankenversicherungen oder Kollektivversicherungen, die vom Arbeitgeber und den Arbeitnehmern oder nur von den Arbeitnehmern einer Firma abgeschlossen werden. Die öffentlichen Krankenversicherungssysteme sind für sozial Schwache, Rentner oder Behinderte zuständig.
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