Ehrenamt für Senioren

Ehrenamt für Senioren

Gut ein Drittel aller Senioren sind im Ehrenamt tätig. Viele der Älteren wollen das zurückgeben, was sie selbst im Leben erfahren haben. Während Jüngere oft ehrenamtlich tätig sind, um Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen oder sich beruflich zu entwickeln, ist für viele Ältere das Ehrenamt die Möglichkeit, etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit anzufangen.

Die Einsatzgebiete spielen dabei kaum eine Rolle. Ehrenamtliche Helfer finden sich als Computerlehrer in Mehrgenerationenhäusern oder Altenheimen, als Hausaufgabenbetreuung von Flüchtlingskindern, in der Obdachenlosenhilfe oder in Nachbarschaftsvereinen.

Was heute noch problematisch war, ist heute für Senioren kein Problem mehr. Sie sind wesentlich fitter, gesünder und interessierter, als die Generationen vor ihnen.

Eignen Sie sich fürs Ehrenamt?

Senioren, die sich für ein Ehrenamt interessieren, sich aber nicht schlüssig sind, ob sie sich dafür eignen und was sie beachten müssen, sollten sich fragen, ob sie körperlich und psychisch belastbar genug sind. Gerade in Einrichtungen wie Obdachlosenhilfen oder Flüchtlingsunterkünfte kann es stressig werden. Wer dann nicht robust genug ist, stößt schnell an seine Grenzen.

Auch der Zeitfaktor spielt eine große Rolle. Wie viel Zeit soll/darf für das Ehrenamt draufgehen, ohne dass die eigene Lebensqualität leidet? Ehrenämter, die vorwiegend nachmittags stattfinden, werden häufig von jüngeren Leuten aufgrund ihrer Berufstätigkeit bevorzugt.

Die richtige Beratung hilft weiter

Neulinge im Ehrenamt stehen häufig vor der Frage, wo sie Informationen bekommen und welches Ehrenamt sich für sie eignet. Unschlüssige Senioren, die sich über ihren Einsatzbereich nicht sicher sind, finden bei den lokalen Freiwilligenagenturen oder in den Seniorenbüros Hilfe und Beratung. Dort erfahren sie, welche Angebote existieren und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Auch die Stadtverwaltung berät oft im Bereich Ehrenamt. In einigen Städten ist es sogar möglich, über die Stadtverwaltung den Einstieg ins Ehrenamt zu schaffen.

Kindergärten, Nachbarschaftsvereine und Selbsthilfevereine freuen sich ebenfalls über ehrenamtliche Helfer. Manchmal gelingt der Einstieg über das Enkelkind im Kindergarten oder die Nachbarin, die im Nachbarschaftsverein tätig ist.

Haben Sie ein Ehrenamt gefunden, hilft es oft weiter, mit den bereits ehrenamtlich Tätigen zu sprechen, sie nach ihren Erfahrungen und Problemen zu fragen. Auch Schnupperbesuche helfen bei der Wahl des Ehrenamts. So können Senioren gut abschätzen, ob sich das Ehrenamt für sie eignet und menschlich alles passt.

Ehrenamt gefunden – und nun?

Senioren, die ein Ehrenamt gefunden haben, sollten darauf achten, einen festen Ansprechpartner zu haben. Mit diesen können/sollten sie bereits vor Beginn des Ehrenamts das Aufgabengebiet besprechen und klären, ob das Einsatzgebiet tatsächlich das Richtige ist. Nur so ist ein Ehrenamt möglich, das auch selbst ausfüllt.

Auch das Mitsprachrecht sollte geklärt sein. Ist die Teilnahme an Teamsitzungen möglich oder ist nur die reine Arbeit für das Ehrenamt geplant? Die Teilnahme an Teamsitzungen bringt die Möglichkeit, immer informiert und damit auf dem neuesten Stand zu sein.

Wie sieht es mit Fortbildungen aus? Handelt es sich beim Ehrenamt um Hausaufgabenhilfe oder der Betreuung von Menschen, ist es wichtig, an Fortbildungen im Bereich Kommunikation, Pflege und Hospiz teilzunehmen. Je qualifizierter der Ehrenamtliche ist, umso größer ist auch der Hilfseffekt. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

Die Frage nach der Erstattung der Fahrkosten spielt ebenfalls in die Planung eines Ehrenamtes herein. Bei weiteren Anfahrtswegen kann das Ehrenamt ins Geld gehen. Einige Organisationen erstatten ihren ehrenamtlich Tätigen die Kosten. Andere wiederum erwarten, dass die Ehrenamtlichen die Kosten selber tragen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich bei den Fahrzeugen um private Fahrzeuge oder um Fahrzeuge der Organisation handelt.

Versicherung und Co. – Was gilt beim Ehrenamt?

Ehrenämter sind prinzipiell ohne Vergütung. Das ist das Prinzip des Ehrenamtes, unentgeltlich zu helfen. Senioren müssen dem Finanzamt also nicht melden, dass sie ehrenamtlich tätig sind. Auch die Anmeldung beim Gewerbeamt ist nicht notwendig. Das wird erst zur Pflicht, wenn ehrenamtlich tätige Senioren Geldleistungen für ihre Arbeit empfangen.

Der Versicherungsschutz ist im Ehrenamt nicht einheitlich geregelt. Einige Organisationen, die vom öffentlichen Interesse sind, versichern die ehrenamtlich Tätigen über die Organisation. Das können Schöffen oder Wahlhelfer sein. Andere wiederum lehnen diese Versicherung ab. In solchen Fällen trägt der ehrenamtlich Tätige alle Kosten. Hier lohnt es sich, eine private Unfallversicherung abzuschließen.

Bei der Haftpflicht sieht es anders aus. Fügen Ehrenamtliche während des Ehrenamts anderen Personen einen Schaden zu, kommt die Haftpflicht der Organisation für den Schaden auf. Um sich abzusichern, sollte bereits vor dem Ehrenamt abgeklärt sein, ob eine ausreichende Haftpflicht besteht.

Die Privathaftpflicht springt nur bei Schäden ein, die in einem Verein passieren, z. B. als Trainer. Für Schäden im Ehrenamt ist sie nicht zuständig. Sind Senioren allerdings als Vereinsleiter tätig, haftet auch die private Haftpflicht nicht. Dann greift die Haftpflicht für Vereine – sofern vorhanden.

Rechtlichen Schutz bietet eine private Rechtschutzversicherung mit dem zusätzlichen Aspekt „Rechtschutz in ehrenamtlichen Tätigkeiten“. Senioren, die sich ehrenamtlich betätigen möchten, sollten vor dem Beginn der ehrenamtlichen Tätigkeit abklären, ob ein Schutz in Ehrenämtern besteht. Sollte dies nicht der Fall sein, sollte eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden, um bei eventuellen Streitigkeiten abgesichert zu sein.

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