Firmengründung in China

Firmengründung in China

China ist für ausländische Unternehmer ein interessanter Investitionsmarkt. Die Lohnkosten sind vergleichsweise niedrig, Immobilien sind je nach Lage günstig zu erwerben, und der Wirtschaftsstandort China bietet viel Entwicklungspotenzial. Doch sollte niemand ein Projekt „Firmengründung in China“ ohne gründliche Vorbereitung starten, insbesondere, wenn sich der Unternehmer mit den rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bedingungen in China nicht auskennt. Mit der chinesischen Geschäftskultur sollte man sich vertraut machen, wenn das geplante Unternehmen in China langfristig erfolgreich sein soll. Schon bereits in Deutschland kann man auf einschlägigen Messen und Ausstellungen erste Kontakte zu Unternehmen aus China knüpfen. Es gibt auch spezialisierte Agenturen, die Unternehmer bei der Firmengründung in China unterstützen. Eine Firmengründung in China kann ein langwieriger Prozess sein, denn die bürokratischen Hürden sind hoch. Doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen.

Visum für Firmengründer

Wer in China arbeiten, eine Firma gründen und dort dauerhaft leben möchte, benötigt ein Visum. Für Arbeitnehmer und Unternehmer kommt in diesem Zusammenhang das Arbeitsvisum (auch Z-Visum genannt) infrage. Wenn man auf Einladung nach China reist und dort lebt, kann man auch ein Dauervisum (D-Visum) beantragen. Inhaber eines Dauervisums, die in China arbeiten möchten, benötigen jedoch zusätzlich ein Arbeitsvisum. Nähere Informationen zu den Visabestimmungen in China erhält man bei der Chinesischen Botschaft in Berlin.

Rechtsform des Unternehmens

Grundsätzlich gibt es in China eine Trennung zwischen Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. In den letzten Jahrzehnten war die am häufigsten gewählte Unternehmensform ausländischer Investoren in China das „Equity Joint Venture“. Da China im Jahr 2001 der World Trade Organization (WTO)  beigetreten ist, gibt es in China heute mehr Möglichkeiten für ausländische Investoren, in China eine Firma zu gründen oder in bestehende Firmen zu investieren. Allerdings sind diese zum Teil mit Einschränkungen und Sonderregelungen verbunden.

Die Investitionsmöglichkeiten in China für Ausländer sind:

  • Repräsentationsbüro: In vielen Ländern ist das Repräsentationsbüro ein erster Schritt, eine Firma auf einem fremden Markt zu etablieren. In China ist dies langfristig keine gute Strategie, da das Repräsentationsbüro nur als Kontaktadresse gilt, die eigentlichen Geschäfte des Unternehmens jedoch über den Mutterkonzern im Ausland abgewickelt werden müssen.
  • Equity Joint Venture (EJV): Das EJV ist die meistgenutzte Unternehmensform ausländischer Investoren in China. Bis vor einigen Jahren war sie die einzige Möglichkeit für Ausländer in China zu investieren. Bei der EJV handelt es sich um eine GmbH nach chinesischem Recht, die aus einem chinesischen und einem ausländischen Unternehmen gegründet wird, wobei beide Unternehmen gleichermaßen für die Einlagen verantwortlich und am Gewinn beteiligt sind. Zumeist ist die EJV auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt.Für ausländische Unternehmer gibt es unter bestimmten Bedingungen auch die Möglichkeit, chinesische Unternehmen zu kaufen. Diese werden dann in ein EJV umgewandelt.
  • Cooperative Joint Venture (CJV): Bei der CJV handelt es sich ähnlich der EJV um einen Zusammenschluss eines deutschen und chinesischen Unternehmens. Im Gegensatz zur EJV können die Besitzverhältnisse am CJV jedoch frei gewählt werden. Die CJV wird häufig genutzt, wenn das ausländische Unternehmen das Kapital mitbringt, und das chinesische Unternehmen vor allem über Know-how verfügt, nicht aber ausreichend Kapital besitzt.
  • Wholly Foreign-Onwed Enterprise: Bei dieser Unternehmensform ist das Unternehmen vollständig in ausländischem Besitz. Es ist eine GmbH nach chinesischem Recht, die es noch nicht lange in China gibt. Sie bietet ausländischen Investoren in China erstmalig die Möglichkeit, ein Unternehmen in China zu gründen, ohne dabei das eigene Know-how an einen chinesischen Miteigentümer weitergeben zu müssen. Allerdings darf eine solche Firma in China nur gegründet werden, wenn sie zum Fortschritt der chinesischen Wirtschaft beiträgt und produzierte Ware nur in China verkaufen, wenn sie mit modernen Mitteln produziert wurde.
  • Holding Unternehmen in Auslandsbesitz: Diese Unternehmensform funktioniert ähnlich wie Holdings in anderen Ländern, ist aber den chinesischen Bestimmungen unterworfen. Sie bietet internationalen Konzernen die Möglichkeit, den chinesischen Markt durch Beteiligungen und Investitionen für sich zu erschließen.

Steuern in China

Ausländische Unternehmer zahlen in China Steuern, die auf Basis der Einkünfte aus Produktions- und Geschäftsaktivitäten berechnet werden. Es gibt fünf Steuerstufen von 5 Prozent Steuern bei Einkünften unter 5.000 RMB (etwa 650 Euro) bis 35 Prozent Steuern bei Einkünften über 50.000 RMB (etwa 6500 Euro). Daneben gibt es noch eine Mehrwertsteuer, die allerdings je nach Geschäftsart und Geschäftspartner unterschiedlicher Art und verschieden hoch ist: „value added tax“ (VAT, Mehrwertsteuer), „business tax“ (BT, Geschäftssteuer) und „consumption tax“ (CT, Verbrauchssteuer).

Sozialversicherungen

In China kommen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam für die Versicherungsbeiträge in die Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung auf. Der Arbeitgeber zahlt jedoch den größeren Anteil. Die Beiträge in die betriebliche Unfallversicherung und in die Mutterschutzversicherung (entspricht der in Deutschland bekannten Absicherung gegen Berufskrankheiten) muss der Arbeitgeber alleine übernehmen. Die Höhe der Beiträge ist in den Gemeinden und Städten unterschiedlich. Je nach Provinz gibt es hier große Unterschiede.

Informationen zu Firmengründungen in China erhält man auch bei der deutschen Auslandshandelskammer Greater China.

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