Firmengründung in den USA

Firmengründung in den USA

In den USA ist eine Firmengründung steuerlich attraktiv und mit viel weniger bürokratischem Aufwand verbunden als in Deutschland. Zudem gibt es in den USA zahlreiche Möglichkeiten, Fördermittel zu bekommen. Allerdings benötigen Deutsche, die in den USA ein Unternehmen gründen möchten, eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Visum für Firmengründer

Um sich in den USA uneingeschränkt aufhalten und arbeiten zu können, benötigt man ein Visum. Unternehmer erhalten ein Visum, wenn sie in ein bereits bestehendes Unternehmen investieren oder ein neues Unternehmen gründen und mindestens zehn Arbeitsplätze schaffen. Dabei muss das Unternehmen zu wenigstens 50 Prozent dem deutschen Unternehmer gehören. Darüber hinaus benötigen deutsche Unternehmer ein Startkapital von US$ 50.000 (ca. 40.000 Euro) bis US$ 1 Millionen (ca. 800.000 Euro). Die Höhe hängt von dem Bundesstaat ab, in dem sie ihr Unternehmen festigen möchten.

Ansonsten gibt es die Möglichkeit, über einen Arbeitsvertrag einzureisen und aus dieser Position heraus ein Unternehmen zu gründen.

Schließlich kann man auch über die jährlich Greencard-Verlosung eine unbegrenzte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bekommen. Hierfür kann man sich beim Diversity Immigrant Visa Program anmelden.

Nähere Informationen zu den Visabestimmungen erteilt die US-amerikanische Botschaft in Berlin.

Rechtsform des Unternehmens

In den USA gibt es viele Gestaltungsmöglichkeiten, was die Rechtsform eines Unternehmens betrifft. Wenn der ausländische Unternehmer seinen festen Wohnsitz in den USA hat, kann er unter denselben Bedingungen wie US-Amerikaner ein Unternehmen gründen.

Grundsätzlich kommen die folgenden Rechtsformen eines Unternehmens infrage:

  • Sole Proprietorship (Einzelunternehmen): Eine „Sole Proprietorship“ ist die am häufigsten gewählte Unternehmensform in den USA. Sie wird auch „Individual Proprietorship“ genannt. Bei dieser Geschäftsform ist eine einzelne Person Inhaber des Unternehmens sowie der Vermögensgüter. Für die Gründung einer „Sole Proprietorship“ ist in der Regel lediglich eine Namensregistrierung bei der zuständigen örtlichen Behörde notwendig.
  • Partnership (Personengesellschaft): Eine „Partnership“ ähnelt einer „Sole Proprietorship“, hat aber mehrere Eigentümer. Sie ist mit den in Deutschland bekannten Rechtsformen Gesellschaft bürgerlichen Rechts, auch BGB-Gesellschaft genannt, oder Personengesellschaft (Offene Handelsgesellschaft (OHG)/ Kommanditgesellschaft KG) vergleichbar. Es gibt vier verschiedene Rechtsformen der Partnerships: General Partnership (GP), Limited Partnership (LP), Limited Liability Partnership (LLP) und Limited Liability Limited Partnership (LLLP)
  • Corporation (Corp., Inc. ) (Kapitalgesellschaft): Die „Corporation“ ist mit der deutschen Aktiengesellschaft (AG) und der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) vergleichbar. In den USA gibt es keine rechtliche Unterscheidung zwischen diesen beiden Rechtsformen. Die einzelnen Bundesstaaten entscheiden über die rechtlichen Bedingungen für eine „Corporation“. Es gibt vier verschiedene Formen der „Corporation“: die „Public Corporation“, die „Close Corporation“, die „Open Corporation“ und die „S-Corporation“. Letztere steht nur US-Bürgern offen.
  • Limited Liability Company (LLC) (Personengesellschaft mit beschränkter Haftung):  Die „Limited Liability Company“ ist eine Verbindung aus einer „Corporation“ und einer „Partnership“. Sie ist ähnlich der „Corporation“ mit einer deutschen GmbH vergleichbar. In den meisten US-Bundesstaaten besteht die Möglichkeit, eine Eine-Personen-LLC zu gründen.

Wie man bei einer Firmengründung in den USA vorgeht

Eine Firmengründung in den USA dauert nur wenige Tage bis eine Woche. Voraussetzung ist, dass es in dem gewählten Bundesstaat der Firmengründung nicht bereits eine Firma gibt, die denselben Namen trägt. Die Gründung eines Unternehmens in den USA muss bei der zuständigen Behörde („Secretary of State“) des gewählten Bundesstaates angemeldet werden. In den meisten Fällen ist eine Firmengründung online möglich. Es ist zu empfehlen, sich bei der Existenzgründung von einem in den USA zugelassenen Rechtsanwalt unterstützen zu lassen. Dies ist schon allein deshalb notwendig, da jeder Bundesstaat in den USA seine eigenen gesetzlichen Bestimmungen für Firmengründungen hat. An die gewählte Rechtsform sind keine Bedingungen geknüpft, was das Mindestkapital betrifft. Allerdings ist ein Mindestkapital in einer bestimmten Höhe insbesondere dann empfehlenswert, wenn der Unternehmer einen Kredit aufnehmen möchte.

Steuern in den USA

Nach der Gründung des Unternehmens muss der Unternehmer eine „Federal Tax Identification Number“ oder „Employer Identifiaction Number (EIN-Number)“ beantragen. Für eine „Sole Proprietorship“ benötigt man keine EIN-Number, wenn das Unternehmen keine weiteren Arbeitnehmer beschäftigt. Dann ist die „Social Security Number“ des Eigentümers ausreichend. Bei allen anderen Rechtsformen des Unternehmens ist eine „EIN-Number“ Pflicht. Wer eine „Sole Proprietorship“ betreibt, ist einkommensteuerpflichtig. Als Arbeitgeber zahlt man zudem Bundessteuer, Bundesstaatensteuer und eventuell eine lokale Einkommenssteuer, die vom zu zahlenden Lohn einbehalten werden. Darüber hinaus muss der Unternehmer Umsatzsteuer bezahlen, wenn er mit seinem Unternehmen Waren verkauft. Die Berechnung der einzelnen Steuern ist in jedem Bundesstaat unterschiedlich.

Sozialversicherungen

Beschäftigt ein Unternehmer Mitarbeiter, ist er verpflichtet, einen Teil des zu zahlenden Lohns in die Sozialversicherung („Social Security“)und die Krankenversicherung („Medicare“) zu zahlen. Die Zahlungen in die Arbeitslosenversicherung („State and Federal Unemployment Insurance Payments“) dürfen nicht vom Lohn abgezogen werden.

Fördermöglichkeiten für Unternehmen in den USA

Die meisten Förderprogramme der US-Regierung für Unternehmen richten sich an große Unternehmen, die viele Arbeitsplätze schaffen. Es gibt aber auch Förderprogramme für kleine und mittelständische Unternehmen. Allerdings sind diese zumeist an bestimmte Branchen geknüpft. So fördert das „Small Business Innovation Research (SBIR) Program“ Unternehmen, die in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Nähere Informationen sind auf der Website der U.S. Small Business Administration zu finden. Dort gibt es auch sonst viele interessante Hinweise für Firmengründer in den USA. Das Portal grants.gov der US-Regierung bietet darüber hinaus einen Überblick über Förderprogramme für Firmengründer in den USA.

Informationen zu Firmengründungen in den USA erhält man auch bei den Deutsch-Amerikanischen Handelskammern.

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