Gutes Betriebsklima ist wichtig für den Erfolg

Gutes Betriebsklima ist wichtig für den Erfolg

Dicke Luft am Arbeitsplatz kann sich niemand leisten

Im Zuge der Globalisierung wächst der Erfolgsdruck auf jedes einzelne Unternehmen. Dieser Druck wird nicht selten ungefiltert an die Mitarbeiter weitergegeben. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass sich immer mehr Angestellte in ihrer derzeitigen Arbeitssituation nicht mehr wohl fühlen, denn Stress, Leistungsdruck, Überforderung und Angst um den Arbeitsplatz verbunden mit den Existenzängsten, die mit dem möglichen Verlust der Stelle einhergehen wirken sich belastend aus. Doch nicht nur die Zufriedenheit des Einzelnen leidet unter dieser Situation. Auch das Betriebsklima wird unter dem Druck zunehmend schlechter. Dabei zeigen aktuelle Studien und Umfragen: Ein gesundes Betriebsklima ist wichtig für den Erfolg des Unternehmens.

Unternehmenserfolg trotz schlechtem Betriebsklima?

Die Realität scheint dieser These zu widersprechen: Gerade namhafte, wirtschaftlich äußerst erfolgreiche Unternehmen geraten zunehmend aufgrund ihrer fragwürdigen Mitarbeiterpolitik in die Schlagzeilen, ohne dass dies den Unternehmenserfolg nennenswert beeinflussen würde. Folglich steht die Pflege des Betriebsklimas bei den meisten Unternehmern nicht direkt auf Punkt 1 der Tagesordnung. Gewinn, Marktplatzierung und ein geschicktes Marketing sind wichtiger als für das Wohlergehen einzelner Mitarbeiter zu sorgen, denn schließlich gilt nach wie vor jeder als ersetzbar. Doch gerade im Hinblick auf letzteres – das Marketing – sollte jedem Unternehmen bewusst werden, dass früher oder später eine schlechte Mitarbeiterpolitik sich auch negativ auf das Firmenimage auswirkt. Darüber hinaus sprechen einige wesentliche Gesichtspunkte dafür, dass das Betriebsklima für die Zukunft des Unternehmens von entscheidender Bedeutung ist.

Betriebsklima beeinflusst die Arbeit des Einzelnen

Das Betriebsklima ist die Summe dessen, was jeder einzelne Mitarbeiter im Hinblick auf seine Arbeitsstelle wahrnimmt und empfindet. Ein schlechtes Arbeitsklima ist also das Produkt unzufriedener Mitarbeiter. Und umgekehrt produziert ein schlechtes Betriebsklima auch weiterhin unzufriedene Mitarbeiter. Es ist somit ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.

Wer sich an seinem Arbeitsplatz nicht wohl fühlt, wird sich innerlich nicht mit seiner Position und erst recht nicht mit dem Unternehmen selbst identifizieren. Salopp formuliert: Wer keinen Spaß an seiner Arbeit hat, wird nur noch Dienst nach Vorschrift machen und nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Das Unternehmen beschäftigt also zu 100 % einen Mitarbeiter, kann jedoch vielleicht nur 50prozentige Arbeitsleistung erwarten.

Zu der fehlenden Motivation investiert der Mitarbeiter, der sich einem schlechten Betriebsklima ausgesetzt fühlt, viel persönliche Energie darin, sich zu beschweren, zu beklagen, sich mit anderen zu messen und womöglich die Arbeit der anderen zu boykottieren. Es geht dem Unternehmen wichtige Energie verloren, die der Mitarbeiter, würde er sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlen, vielmehr in seine Arbeit stecken würde. Mit dem Wohlbefinden steigt also auch die Arbeitsqualität des Einzelnen.

Unzufriedenheit ist ansteckend

Nicht zu verachten ist der Multiplikationsfaktor. Sind einige unzufrieden, können sie bald auch alle anderen, mit denen sie zusammenarbeiten, herunterziehen, sei es durch das Verbreiten schlechter Stimmung, sei es durch gezielte Aktionen, die gegen die Kollegen gerichtet sind. Wenn unzufriedene Mitarbeiter qualitativ und quantitativ schlechtere Arbeitsleistung zeigen, wirkt sich dies auch auf die Produktivität der Vorgesetzten aus. Auch hier wirkt der Multiplikationseffekt. Auch hier ist spürbar, dass der Vorgesetzte, der sich mit der schlechten Stimmung und der mangelhaften Arbeitsleistung seiner Angestellten konfrontiert sieht, selbst ebenso schlechtere Ergebnisse zeigt, da er seine Energien nicht effektiv nutzen kann.

Ist das Betriebsklima nicht optimal, kann auch keine effektive Teamarbeit erfolgen. Jeder ist ein Einzelkämpfer, so dass wertvolle Synergien nicht genutzt werden können. Dass dies auf Kosten des Unternehmenserfolgs geht, versteht sich von selbst.

Ungesundes Betriebsklima – ungesunde Mitarbeiter

Man muss schon ein sehr dickes Fell mitbringen, wenn man innerhalb eines schlechten Betriebsklimas arbeitet und persönlich davon unberührt bleiben möchte. In den meisten Fällen gelingt dies nicht. Wer einer schlechten Atmosphäre ausgesetzt ist, empfindet dies als große psychische Belastung. Die Folgen können für den einzelnen schon verheerend sein:

  • Schlagstörungen,
  • Krankheitsanfälligkeit,
  • psychische Erkrankungen und
  • sogar  Zusammenbrüche und Burn Outs

sind keine seltene Begleiterscheinungen von gestörten Betriebsverhältnissen. Auch hier können Mitarbeiter nur schwerlich die Leistung abrufen, die sie normalerweise bringen könnten. Im schlimmsten Fall fällt der betroffene Angestellte vollständig aus und hinterlässt eine Leistungslücke, die notdürftig gefüllt werden muss.

Hohe Fluktuation bringt Nachteile

Nur bedingt können und wollen Angestellte innerhalb eines schlechten Arbeitsklimas tätig sein. Früher oder später sind Kündigungen die natürliche Folge. Zwar gilt allerorts der Grundsatz, dass jeder Mitarbeiter ersetzbar ist, doch nachweislich kann dies in der Summe betrachtet, nicht gelten. Ein Unternehmen, das ständigen Mitarbeiterwechsel verzeichnet, kann nicht effektiv arbeiten. Häufige Mitarbeitersuche und -einarbeitung kosten das Unternehmen Zeit und Geld. Erworbenes Know-how geht verloren. Letzten Endes leidet auch das Firmenimage, da es sowohl auf Geschäftspartner als auch Kunden befremdlich wirkt, wenn Ansprechpartner häufiger wechseln.

Das Image leidet

Über einen längeren Zeitraum betrachtet leidet das Image eines Unternehmens, das ein schlechtes Betriebsklima hat, immer.

Dies zeigen aktuelle Beispiele. Besonders große Unternehmen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, können schlechtes Betriebsklima und negative Mitarbeiterpolitik nicht lange verborgen halten. Das Medieninteresse ist groß genug, dass früher oder später auch interne Probleme an die Öffentlichkeit gelangen.

Hat das Unternehmen einmal ein solch schlechtes Image, leidet es darunter. Sowohl Kunden und Geschäftspartner werden langfristig überdenken, inwiefern die Arbeit mit dem Unternehmen mit den eigenen ethischen Grundsätzen vereinbar ist. Darüber hinaus werden qualifizierte Bewerber, die für das Unternehmen durchaus gewinnbringend wären, sich im Zweifelsfall gegen eine Bewerbung in diesem Unternehmen entscheiden.

Für gutes Betriebsklima sorgen!

All diese Punkte sprechen für sich. Auf den Punkt gebracht hat es eine Studie der Wissenschaftler Daniel Goleman und Richard Boyatzis. Wie die Zeitung „Die Welt“ unlängst berichtete, besagt diese, dass das Betriebsklima bis zu einem Drittel der Geschäftsergebnisse eines Unternehmens ausmachten.

Klug handelt, wer sich also rechtzeitig um ein gutes Betriebsklima bemüht. Hier sind sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer gefragt.

Von Seiten des Arbeitgebers ist es wichtig, seinen Mitarbeitern eine Aufgabe zu geben, in denen sie sich gefordert, jedoch nicht überfordert fühlen. Der Vorgesetzte sollte sich seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem Mitarbeiter stets bewusst sein. Dies beinhaltet ein faires Verhalten. Lob und Anerkennung sind verschiedenen Studien zufolge für Mitarbeiter wichtiger als ein hohes Gehalt.

Innerhalb des Unternehmens sollte die Arbeit von gegenseitigem Respekt getragen sein. Wichtig ist auch Offenheit. Probleme sollten demnach direkt angesprochen und diskutiert werden. Nichts schädigt das Betriebsklima mehr, als Gerede, das hinter vorgehaltener Hand erfolgt. Die Informationspolitik sollte dementsprechend sein. Mitarbeiter fühlen sich unwohl, wenn sie nicht rechtzeitig über Entwicklungen informiert werden.

Das Prinzip des gegenseitigen Respekts gilt auch unter den Kollegen. Auch sollten

  • Fairness,
  • Offenheit,
  • Toleranz und
  • Teamgeist

großgeschrieben werden. Wie der Vorgesetzte seine Fürsorgepflicht einhalten sollte, so gilt für den Angestellten die Sorgfaltspflicht.

Weitere wichtige Faktoren zur Verbesserung des Betriebsklimas sind eine angenehme Arbeitsplatzgestaltung sowie gemeinsame Gestaltung der Freizeit. Unternehmungen und Betriebsfeste fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Mitarbeiter sollten sich sicher fühlen. Wer sich ständig um seinen Arbeitsplatz sorgt, wird sich innerlich vom Unternehmen verabschieden. Wer die Erfahrung macht, dass er trotz guter Leistungen sich seiner Stellung nicht sicher sein kann, wird dauerhaft die Motivation verlieren.

Und: Je mehr sich der Mitarbeiter mit der Unternehmensphilosophie identifizieren kann, umso wohler wird er sich fühlen und umso mehr wird er sich einbringen. Zwar lässt sich eine Unternehmensphilosophie nicht von heute auf morgen ändern, doch stellt dies vielleicht die Option dar, dauerhaft die Ziele, die das Unternehmen verfolgt dahingehend zu hinterfragen.

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