In Japan leben und arbeiten

In Japan leben und arbeiten

Tipps für Auswanderer

An Japan als Auswanderungsland denkt man wahrscheinlich nicht als erstes, wenn es um beliebte Auswanderungsziele geht. Die japanische Kultur ist von der deutschen sehr verschieden. Um keinen Kulturschock zu erleben, sollte man sich also gut vorbereiten, wenn man nach Japan auswandern möchte. Es ist vor allem die Verbindung aus Tradition und Moderne in Japan, die viele Menschen in ihren Bann zieht. Die Lebenshaltungskosten sind in Japan höher als in Deutschland. Dies gilt für Immobilien, insbesondere in Tokyo, für Lebensmittel, Restaurantbesuche und das kulturelle Leben in Japan. Wer außerhalb Tokyos oder auf dem Land lebt, kommt preiswerter weg. Außerdem gibt es kleine Geschäfte, in denen man preisgünstig einkaufen und einfache Lokale, in denen man preiswert essen kann. Eine große Hürde bei der Auswanderung nach Japan stellt wohl die Sprache dar. Denn die japanische Sprache unterscheidet sich in Wort und Schrift deutlich von der deutschen. Es kann etliche Jahre dauern, bis man die Sprache gut beherrscht. Trotzdem ist das Erlernen des Japanischen eine Voraussetzung, wenn man dort beruflich erfolgreich sein und privat Fuß fassen möchte. Denn Englisch wird in Japan viel weniger gesprochen, als man vielleicht denkt.

Für wen eignet sich Japan als Auswanderungsland?

Die japanische Arbeitskultur unterscheidet sich deutlich von der deutschen. Über die Japaner gibt es das vorherrschende Bild, dass die Arbeit immer an erster Stelle steht und sie nur sehr wenig Urlaub machen. Dies trifft zu, allerdings nicht unbedingt aus dem Grund, da die Japaner ein arbeitswütiges Volk sind, sondern es hat eher etwas mit dem Gemeinschaftssinn der Japaner zu tun. Viele scheuen sich davor, früher aus dem Büro zu verschwinden, wenn die Kollegen noch weiterarbeiten. Sich vor dem Chef vom Arbeitsplatz zu entfernen, ist sowieso tabu. Die ihnen zustehenden Urlaubstage nehmen viele Japaner nicht auf, weil sie ein schlechtes Gewissen haben, wenn ein Kollege ihre Arbeit übernehmen muss. Von den Angestellten wird erwartet, dass sie auch den Feierabend mehrmals in der Woche mit ihren Kollegen verbringen, etwa in einer Karaoke-Bar.

Die Arbeitslosenquote ist in Japan sehr niedrig, doch haben ausländische Arbeitskräfte insgesamt eine nicht so gute Position auf dem japanischen Arbeitsmarkt. Die meisten Ausländer arbeiten für ausländische Unternehmen, die vor allem in der Stadt Nippon vertreten sind. Vor allem Fachkräfte und Akademiker haben Aussichten, in Japan eine Anstellung zu finden.

Folgende Berufe sind in Japan gefragt:

  • IT-Spezialisten
  • Mitarbeiter im Finanzsektor
  • Mitarbeiter in der Exportbranche
  • Wissenschaftler

Mögliche Anlaufstellen für eine Jobsuche in Japan sind die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan oder der Deutsch-Japanische Wirtschaftskreis. Daneben gibt es japanische Jobbörsen, wie career.jet oder gaijin.pot.

Voraussetzungen für ein unbegrenztes Visum

Wer sich weniger als 90 Tage in Japan aufhält, braucht kein Visum zu beantragen, es sei denn man möchte in dieser Zeit in Japan arbeiten. Das Visum und die Gültigkeitsdauer des Visums hängen von der Art der Tätigkeit ab, die man in Japan ausführen möchte. Es gibt die Möglichkeit, das Visum verlängern zu lassen.

Einen Daueraufenthaltsstatus („Permanent Residence Status“) in Japan zu erlangen, ist schwierig. Entweder man ist mit einem Japaner oder einer Japanerin verheiratet, oder man hält sich bereits mindestens zehn Jahre in Japan auf. Doch auch dann gibt es keine Garantie, dass man den Daueraufenthaltsstatus bekommt.

Die japanische Staatsbürgerschaft ist noch schwieriger zu erlangen, als einen „Permanent Residence Status“. Allerdings gelten hier wohl ähnliche Bestimmungen wie für die Daueraufenthaltsgenehmigung. Beim Erwerb der japanischen Staatsangehörigkeit, geht die deutsche Staatsangehörigkeit verloren. Es sein denn man hat bei den deutsche Behörden eine Beibehaltungsgenehmigung bekommen.

Nähere Informationen zu den Visabestimmungen in Japan erhält man bei der japanischen Botschaft in Berlin.

Der Umzug nach Japan: Worauf man alles achten muss

Bei einem Umzug nach Japan ist viel Vorbereitung gefragt. Sowohl vor Abreise in Deutschland als auch nach Ankunft in Japan stehen eine Reihe von Behördengängen auf dem Programm.

Was man schon in Deutschland regeln kann:

– Papiere:  Bei einem Wohnsitzwechsel nach Japan, sollte man sich beim zuständigen Einwohnermeldeamt in Deutschland abmelden. Für die Einreise in Japan benötigt man einen gültigen Reisepass sowie ein Visum, wenn man länger als 90 Tage in Japan bleibt. Das Visum muss vorab in Deutschland beantragt werden. Es gibt keine Möglichkeit, sich vor Ort ein Visum ausstellen zu lassen. Bei einem Aufenthalt in Japan über 90 Tage benötigt man zudem eine „Residence Card“ (früher „Alien Registration Card“), die man beim „Immigration Bureau of the Justice Ministry“ erhält. Die Residence Card braucht man zum Beispiel, wenn man in Japan ein Bankkonto eröffnen möchte.

Der deutsche oder internationale Führerschein sind in Japan gültig, wenn man sie ins Japanische übersetzen lässt. Dies ist möglich bei: der Deutschen Botschaft in Tokyo, dem Deutschen Generalkonsulat in Osaka oder bei der Japan Automobil Federation.

– Rente und Altersvorsorge: Zwischen Deutschland und Japan besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Allerdings gilt dies nicht für die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Unfallversicherung. Die erworbenen Rentenansprüche des jeweiligen Landes werden jedoch anerkannt. Nähere Informationen zum Deutsch-Japanischen Sozialversicherungsbakommen erhält man beim Referat für Arbeit und Gesundheit der deutschen Botschaft in Tokyo. Das Rentensystem in Japan beruht auf einer Basisrente, der Volksrente, und einer Arbeitnehmerrente. In die Basisrente zahlen alle Arbeitnehmer einen gleichen Betrag ein, unabhängig von ihrem Einkommen. Die Arbeitnehmerrente gibt es für Beschäftigte, die in Betrieben mit mindestens fünf Mitarbeitern arbeiten. Das Renteneintrittsalter ist sehr flexibel. Die Renten werden in Japan zu 50 Prozent aus Beiträgen und zu 50 Prozent aus Steuermitteln finanziert. Da die Bevölkerung in Japan immer älter wird, stellt sich schon jetzt die Frage, ob das Rentensystem in dieser Form und in der Zukunft noch tragfähig ist. Weitere Informationen zu der Rente für Arbeitnehmer in Japan erteilt die Deutsche Rentenversicherung.

– Wenn der Hausrat mit auswandern soll: Wer sich beim Umzug um so gut wie nichts kümmern möchte, sollte einen sogenannten „relocation service“ mit dem Umzug beauftragen. Diese Firma regelt nicht nur den Umzug selbst, sondern kümmert sich auch darum, die richtige Wohnung zu finden oder einen Kindergarten oder eine Schule für die Kinder. Eine bekannte „relocation service“ Firma ist relojapan. Wer eine herkömmliche Umzugsfirma mit dem Umzug beauftragen möchte, sollte sich Angebote verschiedener Firmen zukommen lassen. Bei umzugsauktion.de kann man auch einen Umzug ersteigern.

Was in Japan geregelt werden muss:

  • Wohnungssuche:  Wer in Tokyo eine Wohnung sucht, muss mit hohen Mietkosten rechnen. Im Umland und auf dem Land gibt es preisgünstigeren Wohnraum zu mieten. Um in Japan eine Wohnung zu bekommen, wendet man sich idealerweise an einen Makler. Es gibt Makler, die darauf spezialisert sind, Wohnungen aus Ausländer zu vermitteln. Diese sind in der Regel jedoch teurer als Wohnungen für Inländer. Allerdings kann es vorkommen, dass japanische Vermieter nicht an Ausländer vermieten wollen, wenn sie selbst kein Englisch sprechen, und der Ausländer kein Japanisch spricht. Viele Mietverträge werden nur über zwei Jahre abgeschlossen. Bei einer Verlängerung des Mietvertrages ist eventuell eine weitere Gebühr an den Makler fällig.
  • Eine Steuerkarte in Japan beantragen: In Japan ist der Arbeitgeber verpflichtet, ausländische Arbeitskräfte beim zuständigen Arbeitsamt zu melden. Wer in Japan arbeitet, muss dort auch Steuern zahlen, wenn er sich über 183 Tage im Jahr in Japan aufhält.
  • Einrichtung eines Bankkontos: Für die Eröffnung eines Bankkontos in Japan benötigt man einen Reisepass und ein Visum, eine Wohnadresse in Japan, eine Residence Card, eine Ersteinlage sowie ein „Inkan“ oder „Hanko“. Letzteres ist ein Namensstempel, den man als Unterschrift für offizielle Dokumente benutzt.
  • Krankenversicherung: Das japanische Gesundheitssystem beruht auf zwei Versicherungen: der nationalen Krankenversicherung und der Krankenversicherung für Arbeitnehmer. Private Krankenversicherungen gibt es in Japan eigentlich nicht, höchstens in Form von Zusatzversicherungen, zum Beispiel Einzelzimmerbelegung im Krankenhaus. Die nationale Krankenversicherung wird von den Gemeinden verwaltet. Die Beiträge werden von den Gemeinden festgelegt und richten sich nach dem Einkommen, der Familiengröße und dem Vermögen des Versicherten. Die Krankenversicherung für Arbeitnehmer ist eine Pflichtversicherung für Arbeitgeber mit mindestens fünf Angestellten. Die Beträge werden jeweils zu 50 Prozent vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt. Die Gesundheitsversorgung in Japan gilt als sehr gut. Aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft hat das Krankenversicherungssystem ähnlich dem Rentensystem mit Problemen der Finanzierbarkeit zu kämpfen.
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