In Neuseeland leben und arbeiten

In Neuseeland leben und arbeiten

Tipps für Auswanderer

Neuseeland ist der Traum vieler Auswanderer. Es ist ein großes Land mit relativ wenigen Einwohnern und daher viel Platz. Neuseeland bietet eine wunderschöne Natur mit tollen Stränden, Bergen, Seen und vielem mehr. Menschen, die nach Neuseeland auswandern, suchen Freiheit, Abenteuer oder möchten einfach am anderen Ende der Welt ein neues Leben beginnen. Früher war Neuseeland ein beliebtes Auswanderungsland für Aussteiger, da die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland sehr niedrig waren. Heute sind die Lebenshaltungskosten den deutschen so gut wie angeglichen. Wer nach Neuseeland auswandern möchte, sollte dort eine gut bezahlte Arbeitsstelle haben und ausreichend Kapital mitbringen. Für jeden, der nach Neuseeland auswandern möchte, ist die Beherrschung der englischen Sprache in Wort und Schrift eine Voraussetzung.

Für wen eignet sich Neuseeland als Auswanderungsland?

Die neuseeländische Einwanderungspolitik ist Wirtschaftspolitik. An mögliche Einwanderer werden eine Vielzahl von Mindestvoraussetzungen gestellt, um eine unbegrenzte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, „Permanent Residence“, zu bekommen. Ähnlich wie Kanada verfügt Neuseeland über ein Punktesystem, anhand dessen die Einwanderungstauglichkeit eines potenziellen Einwanderers ermittelt wird. Allerdings richtet sich das Punktesystem ganz stark nach den wirtschaftlichen Interessen Neuseelands. Berufsgruppen, die in Neuseeland Mangelware sind, werden hier bevorzugt behandelt. Diese Berufsgruppen können sich jedoch, je nach Wirtschaftslage des Landes, immer wieder ändern. Welche Berufsgruppen aktuell in Neuseeland gesucht werden, ist auf der „Skill Shortage List“ des Immigration New Zealand (INZ) zu finden, das dem neuseeländischen Wirtschafts-, Innovations- und Arbeitsministerium unterstellt ist.

Berufsgruppen, die im Allgemeinen gute Chancen auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt haben, sind:

  • Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger
  • Lehrer und Sozialarbeiter
  • Handwerker
  • IT-Spezialisten und Ingenieure
  • Bauleiter
  • Wissenschaftler

Auch wenn der eigene Beruf auf der Liste steht, ist dies noch keine Garantie dafür, dass der Antrag auf „Permanent Residence“ honoriert wird. Zum Teil werden deutsche Ausbildungen nicht direkt anerkannt, und müssen die Bewerber ein langwieriges Anerkennungsverfahren durchlaufen. Mehr noch als in Deutschland spielt neben der Ausbildung die Berufserfahrung eine wichtige Rolle bei der Auswahl. Je länger man schon im erlernten Beruf gearbeitet hat, umso besser. Die englische Sprache sollte man so gut beherrschen, dass man sich auch fachlich darin verständigen kann. Schließlich ist die „Skill Shortage List“ regionsabhängig. Manche Berufe werden nicht in ganz Neuseeland, sondern nur in bestimmten Provinzen gesucht.

Voraussetzungen für ein unbegrenztes Visum

Wer in Neuseeland uneingeschränkt leben und arbeiten möchte, braucht eine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis („Permanent Residence“). Informationen hierzu erteilt das INZ sowie die neuseeländische Botschaft in Berlin und das Konsulat in Hamburg. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein unbegrenztes Visum zu bekommen:

  • aufgrund einer Familienzusammenführung: Eltern, Kinder, Geschwister oder Ehepartner eines Neuseeländers oder eines Einwanderers, der bereits drei Jahre in Neuseeland lebt, können einen Antrag auf „Permanent Residence“ stellen. Sowohl der Einwohner Neuseelands als auch die nachreisenden Familienmitglieder müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • wenn man in Neuseeland investieren möchte:  Wer vermögend ist und in Neuseeland investieren möchte, hat so gut wie keine Schwierigkeiten „Permanent Residence“ in Neuseeland zu erlangen. Hier gibt es zwei Kategorien:
  • Kategorie 1 ist vor allem für wohlhabende Rentner interessant. Es besteht keine Altersbeschränkung, es muss kein Englischtest absolviert werden, der Antragsteller braucht keine Geschäftserfahrung nachzuweisen und muss für eine Periode von mindestens drei Jahren in Neuseeland investieren. Dabei braucht er sich lediglich 73 Tage pro Jahr in den letzen beiden Jahren der Investierung in Neuseeland aufzuhalten. Einzige Bedingung: man muss mindestes 10 Millionen NZ$ (etwa 6,5 Millionen Euro) in Neuseeland investieren.
  • Kategorie 2 richtet sich an Investoren bis 65 Jahre, die mindestens 1,5 Millionen NZ$ in Neuseeland investieren. Sie müssen mindestens drei Jahre Arbeitserfahrung als Unternehmer oder Manager nachweisen sowie einen Englischtest machen. Schließlich müssen sie neben dem investierten Vermögen noch 1 Million NZ$ als Rücklagen haben, die sie für den eigenen Verbrauch verwenden dürfen. Pro Jahr werden ca. 300 Anträge auf „Permanent Residence“ aus dieser Kategorie angenommen.
  • begrenzte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis: man kann sich um eine begrenzte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis, „Work to Residence“, in Neuseeland bewerben. Auch hier müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Wer sich mit einem „Work to Residence“-Visum in Neuseeland aufhält, darf nach zwei Jahren „Permanent Residence“ beantragen.
  • skilled Migrant Category: Diese Kategorie trifft, neben der „Work to Residence“-Kategorie, wohl auf die meisten Deutschen zu, die nach Neuseeland auswandern möchten. Wie schon gesagt, gibt es ein Punktesystem, nach dem ermittelt wird, ob der Auswanderungswillige „Permanent Residence“ bekommt oder nicht. Unter anderem darf man nicht älter als 55 Jahre sein, man muss Englisch sprechen, guter Gesundheit sein, ein lupenreines polizeiliches Führungszeugnis vorweisen und vor allem über eine Ausbildung oder andere Qualifikationen verfügen, die in Neuseeland gesucht werden. Nach diesem System muss man mindestens 100 Punkte erreichen.

    Die neuseeländische Staatsbürgerschaft kann man beantragen, wenn man seit mindestens fünf aufeinanderfolgenden Jahren ständig in Neuseeland lebt.

Der Umzug nach Neuseeland: Worauf man alles achten muss

Wer nach Neuseeland auswandern möchte, muss an Einiges denken. Viele Dinge können schon vorab von Deutschland aus geregelt werden. Andere wiederum lassen sich erst vor Ort in Neuseeland vornehmen.

Was man schon in Deutschland regeln kann:

  • Papiere: Bei einer Auswanderung nach Neuseeland sollte man sich zunächst beim Einwohnermeldeamt in der zuständigen Gemeinde in Deutschland abmelden. Die Abmeldebestätigung braucht man später immer wieder, wenn man zum Beispiel einen neuen Reisepass beantragen möchte. Zudem kann man nur mit einem gültigen Reisepass und dem entsprechenden Visum in Neuseeland einreisen. Der deutsche Führerschein ist in Neuseeland bis zu einem Jahr nach Ankunft gültig. Bis dahin sollte man ihn in einen neuseeländischen Führerschein umgetauscht haben. Wenn man dies nicht tut, kann es sein, dass man nochmals die Fahrprüfung machen muss.
  • Rente und Altersvorsorge: Zwischen Deutschland und Neuseeland besteht kein Sozialversicherungsabkommen. Dies kann ein großer Nachteil für den Versicherten sein. Denn die Rentenansprüche aus Deutschland werden, wenn der Auswanderer im Rentenalter seinen Wohnsitz in Neuseeland behält, eventuell nur zu 70 Prozent vom deutschen Versicherungsträger ausgezahlt. Darüber hinaus werden die Rentenansprüche vom jeweils anderen Land nicht anerkannt. Weitere Informationen hierzu gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung. In Neuseeland gibt es als Rentenversicherung den „Superannuation-Fund“. Dieser garantiert allen Menschen, die das 65. Lebensjahr erreicht haben, ein Minimum-Renteneinkommen. Allerdings gibt es keine Garantie über die Höhe der Rente, da sie immer wieder an die wirtschaftliche Lage und sonstige Änderungen in der neuseeländischen Gesellschaft angepasst wird. Zusätzlich machen viele Neuseeländer Gebrauch von der privaten Rentenversicherung „KiwiSaver“, die auch vom Staat unterstützt wird. Diese ist mit der deutschen Riester-Rente vergleichbar. Eine sehr gängige Methode, um in Neuseeland für die Rente zu sparen, ist das Abbezahlen der Hypothek der eigenen Wohnimmobilie.
  • Wenn der Hausrat mit auswandern soll: Möchte man sein Hab und Gut aus Deutschland nach Neuseeland mitnehmen, sollte man eine Spedition beauftragen, die den Hausrat per Schiff nach Neuseeland transportiert. Mehr zu den Einfuhrbestimmungen und den Zollgebühren erfährt man beim New Zealand Customs Service.

Was in Neuseeland geregelt werden muss:

  • Wohnungssuche: Viele Neuseeländer besitzen Immobilien, die sie selbst bewohnen oder vermieten. Die meisten Immobilien werden zum Kauf angeboten. Der Mietmarkt ist eher dünn. Doch egal ob man kaufen oder mieten möchte, in Neuseeland gibt es eigentlich für jeden Geldbeutel den passenden Wohnraum. Wohnungs- oder Hausangebote zur Miete oder zum Kauf findet man zum Beispiel in den Lokalzeitungen. Eine große Website, wo unter anderem Immobilien angeboten werden, ist „trademe“.
  • Beantragung einer Tax Number: Jeder, der in Neuseeland arbeiten möchte, braucht eine Steuernummer „Tax Number“. Diese kann man nach Ankunft in Neuseeland beim Finanzamt („Inland Revenue Department, IRD“) beantragen.
  • Einrichtung eines Bankkontos: Auswanderer können nach der Einreise, zum Teil auch schon bevor sie nach Neuseeland einreisen, ein Bankkonto eröffnen. Damit es nicht zu Missverständnissen und Sprachschwierigkeiten kommt, haben viele Banken mittlerweile eigens für Auswanderer eingerichtete „Immigrant Banking-Teams“, die Einwanderern bei der Eröffnung eines Bankkontos helfen. Dies ist insbesondere dann nützlich, wenn man nicht nur ein Girokonto eröffnen möchte, sondern auch Sparkonten oder andere Geldanlagen, auf die das Vermögen eingezahlt werden soll.
  • Krankenversicherung: In Neuseeland besteht ein öffentliches Gesundheitssystem, die sogenannte „National Health Insurance“. Wer ein „Resident“ Neuseelands ist oder eine Arbeitserlaubnis von mindestens zwei Jahren hat, ist über das öffentliche Gesundheitssystem versichert. Allerdings sind die Leistungen begrenzt und empfiehlt es sich, zusätzlich eine private Krankenversicherung abzuschließen. Die privaten Krankenversicherungen sind in der Regel wesentlich günstiger, als man das von Deutschland kennt.
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