In Norwegen leben und arbeiten

In Norwegen leben und arbeiten

Tipps für Auswanderer

Wer die warme Jahreszeit und das Jahr voller Sonnenschein liebt, für den ist Norwegen nicht gerade das ideale Land zum Auswandern. Denn der Winter in Norwegen ist lang. Norwegen bietet aufgrund seiner Natur, den riesigen Wäldern, den vielen Flüssen, Seen und Bergen vor allem naturverbundenen Menschen einen alternativen Lebensraum. Die Norweger sind ein sehr aktives Volk. Sie lieben es, sich das ganze Jahr über sportlich zu betätigen, egal ob im Winter oder im Sommer. Norwegen ist ein großes Land, das vor allem in den entlegenen Gebieten, sehr dünn besiedelt ist. Hier kann man noch ein ruhiges Fleckchen Erde finden. Darüber hinaus zählt Norwegen im internationalen Vergleich zu den Ländern mit der besten Lebensqualität weltweit. Es verfügt unter anderem über ein vorbildliches Bildungssystem, eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in der Welt und eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung. In Norwegen kann man sich gut zurechtfinden, wenn man die englische Sprache beherrscht. Wer jedoch nach Norwegen auswandern und dort arbeiten möchte, sollte auf jeden Fall des Norwegischen in Wort und Schrift mächtig sein.

Für wen eignet sich Norwegen als Auswanderungsland?

In Norwegen ist es für bestimmte Berufsgruppen relativ einfach, eine Arbeitsstelle zu finden. Norwegen ist insbesondere für ältere Arbeitnehmer attraktiv, da diese auf dem norwegischen Arbeitsmarkt weitaus bessere Chancen haben als in Deutschland. Insgesamt sind die Gehälter in Norwegen wesentlich höher als zum Beispiel in Deutschland. Allerdings ist zu beachten, dass die Lebenshaltungskosten ebenfalls höher sind. Dies gilt vor allem für die Ballungsgebiete in und um der Hauptstadt Oslo.

Die folgenden Berufsgruppen haben besonders gute Aussichten auf dem norwegischen Arbeitsmarkt:

  • Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger
  • Automechaniker und Maschinenbauer
  • Handwerker
  • Mitarbeiter in der Fischindustrie
  • Mitarbeiter in der Ölförderung.

Bei der Jobsuche in Norwegen helfen unter anderem die Bundesagentur für Arbeit mit ihrem EURES-Programm, die norwegische Arbeitsverwaltung oder die lokalen Arbeitsämter in Norwegen.

Voraussetzungen für ein unbegrenztes Visum

Norwegen ist nicht Mitglied der Europäischen Union. Allerdings ist das Land dank seiner Teilnahme am Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) sowie am Schengen-Abkommen eng mit der Europäischen Union verbunden. Wer als Deutscher nach Norwegen auswandern möchte, braucht aus diesem Grund keine Arbeitserlaubnis, um in Norwegen arbeiten oder studieren und auch kein Visum, um in Norwegen einreisen zu dürfen.

Allerdings muss man, wenn man sich länger als drei Monate in Norwegen aufhält, eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen können. Diese kann man bereits direkt nach der Einreise beantragen.

Voraussetzung für eine Aufenthaltsgenehmigung sind:

  • ein gültiger Reisepass bzw. Personalausweis
  • eine ausreichende Krankenversicherung
  • ausreichend Vermögen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können oder
  • der Nachweis einer Arbeit bzw. Arbeitsstelle, mit der man den Lebensunterhalt bestreiten kann oder
  • eine ausreichende Rente, mit der man den Lebensunterhalt bezahlen kann.

Nähere Informationen zum Thema Auswandern nach Norwegen erhält man bei der Norwegischen Botschaft in Berlin oder bei den Konsulaten. Auskunft erteilt auch die norwegische Einwanderungsbehörde.

Wer in Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung ist und sieben Jahre am Stück in Norwegen gelebt hat, kann die norwegische Staatsbürgerschaft beantragen. Allerdings gibt es in Norwegen nicht die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft. Die ursprüngliche Staatsbürgerschaft muss man mit Erhalt der norwegischen Staatsbürgerschaft also abgeben.

Der Umzug nach Norwegen: Worauf man alles achten muss

Bereits vor der Abreise nach Norwegen sind einige Behördengänge und Weiteres von den Auswanderern zu regeln. Manche Dinge kann man allerdings erst vor Ort in Norwegen in Angriff nehmen.

Was man schon in Deutschland regeln kann:

  • Papiere: Wenn man nach Norwegen auswandert, sollte man sich zunächst beim zuständigen Einwohnermeldeamt in Deutschland abmelden. Mit der Abmeldebestätigung kann man zum Beispiel später ohne Probleme einen neuen Reisepass bei der deutschen Botschaft in Norwegen beantragen. Zur Einreise nach Norwegen benötigt man einen gültigen Reisepass. In Norwegen ist der deutsche Führerschein gültig. Dies gilt auch, wenn man nach Norwegen auswandert. Natürlich besteht die Möglichkeit, den deutschen in einen norwegischen Führerschein umzutauschen. Dies ist bei der norwegischen Verkehrsbehörde („Statens Vegvesen“) möglich.
  • Vorläufige Personennummer: Bereits vor Abreise nach Norwegen ist es möglich, eine vorläufige Personennummer (D-Nummer) zu beantragen, die man behält, bis man in Norwegen, die endgültige Personennummer (P-Nummer) bekommen hat. Die D-Nummer erhält man nur, wenn man noch keine Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Mit der D-Nummer kann man ein Bankkonto eröffnen oder auch eine Steuerkarte beantragen. Eine Beantragung der D-Nummer ist möglich bei:

    – einer Bank, bei der man ein Konto eröffnen möchte
    – dem Arbeitsamt
    – dem Finanzamt oder
    – der norwegischen Einzelhandelskammer

    – Rente und Altersvorsorge: Zwischen Deutschland und Norwegen besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Dies bedeutet, dass beide Länder die Rentenansprüche aus dem jeweils anderen Land anerkennen und anrechnen. Mehr Informationen erhält man bei der Deutschen Rentenversicherung. Wer in Norwegen arbeitet, zahlt in die norwegische Rentenversicherung ein. Allerdings ist es in Norwegen üblich, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. In vielen Unternehmen gibt es betriebseigene Rentenfonds, an denen sich die Arbeitnehmer beteiligen können. Natürlich gibt es neben der staatlichen Rente und der betrieblichen Zusatzversicherung auch individuelle Zusatzversicherungen, die man bei Banken oder Versicherungen abschließen kann.

  • Wenn der Hausrat mit auswandern soll: Wer nach Norwegen umzieht und einen größeren Hausrat mitnehmen möchte, sollte mit dem Umzug unbedingt eine erfahrene Möbelspedition beauftragen. Da Norwegen nicht in der Europäischen Union ist, gibt es im Vorfeld bereits einige Formulare auszufüllen, die die Einfuhrbestimmungen betreffen. Dies gestaltet sich insbesondere dann schwierig, wenn man der norwegischen Sprache nicht mächtig ist. Eine erfahrene Spedition kann den Auswanderern beim Ausfüllen der Formulare behilflich sein. Nähere Informationen zu den Einfuhrbestimmungen Norwegens erhält man beim norwegischen Zoll.

Was in Norwegen geregelt werden muss:

  • Wohnungssuche: Wenn man es sich leisten kann, lohnt sich in Norwegen der Kauf einer Immobilie. Ansonsten sollte man zunächst eine Mietwohnung suchen, um dann später eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen. Der Wohnungsmarkt ist in Norwegen eher kurzfristig angelegt. Die meisten Immobilien, die angeboten werden, sind entweder unmittelbar oder bereits nach zwei bis drei Monaten zu mieten. Eine langfristige Wohnungssuche von Deutschland aus gestaltet sich daher eher schwierig. Die Angebote findet man zum Beispiel in den Tageszeitungen. Dort kann man auch als Wohnungssuchender eine Anzeige aufgeben. Internetportale mit Immobilienangeboten sind zum Beispiel: Bolignorge.no oder Finn Eiendomm.
  • Beantragung einer Steuerkarte: Wenn man die Aufenthaltserlaubnis erhalten hat, kann man beim Einwohnermeldeamt eine P-Nummer beantragen. Diese Nummer braucht man, um eine Steuerkarte ausgestellt zu bekommen. Nimmt man bereits eine Arbeit auf, bevor man die Steuerkarte hat, behält der Arbeitgeber in der Regel zunächst 50 Prozent der Steuern ein, bis die Steuerkarte vorliegt. Mehr Informationen zur Beantragung einer Steuerkarte erhält man beim norwegischen Finanzamt

  • Einrichtung eines Bankkontos: Um in Norwegen ein Bankkonto eröffnen zu können, braucht man eine Personennummer (D-Nummer oder P-Nummer). Daneben muss man einen Reisepass vorzeigen.Der Personalausweis wird von den meisten Banken in Norwegen nicht mehr als ausreichendes Ausweisdokument akzeptiert.
  • Krankenversicherung: Wer in Norwegen lebt und arbeitet, ist automatisch über die staatliche Krankenversicherung („Folketryden“) versichert. Diese Versicherung gilt bereits, wenn man arbeitet, aber noch nicht in Besitz einer P-Nummer und einer Aufenthaltsgenehmigung ist. In Norwegen gibt es keine private Krankenversicherung. Alle Leistungen werden von der staatlichen Krankenversicherung abgedeckt. Allerdings gibt es die Möglichkeit, diverse Zusatzversicherungen abzuschließen.
Share This