Selbständigkeit im Ausland

Selbständigkeit im Ausland

Was man beachten sollte, wenn man sich im Ausland selbstständig machen möchte

Die meisten Menschen, die ins Ausland auswandern, suchen dort eine feste Arbeitsstelle. Es gibt aber auch Auswanderer, die sich im Ausland selbstständig machen möchten. Wenn dies der Fall ist, ist eine besonders gute Vorbereitung gefragt, denn viele rechnen nicht damit, dass die wirtschaftlichen, rechtlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen im gewünschten Zielland anders sein können, als in Deutschland. Vor allem der wirtschaftliche Schaden, der bei erfolgloser Selbstständigkeit im Ausland entstehen könnte, ist mitunter enorm. Deshalb sollte sich jeder, der sich im Ausland selbstständig machen möchte, von romantischen Vorstellungen trennen und mit einem gesunden Realismus an die Sache herangehen.

Die Rahmenbedingungen für eine Selbstständigkeit im Ausland klären

Zunächst einmal muss sich jemand, der sich im Ausland selbstständig machen möchte, mit ähnlichen Aspekten auseinandersetzen, wie bei einer Selbstständigkeit in Deutschland.

An oberster Stelle steht hierbei die Frage, ob die Geschäftsidee überhaupt Erfolg haben könnte, also ob das angebotene Produkt oder die Dienstleistung im gewünschte Zielland wirklich gefragt ist. Daneben sollte die Marktlage geprüft werden, insbesondere, ob es im Zielland oder Zielort schon viele Unternehmen gibt, die zu dem eigenen Unternehmen in Konkurrenz stehen könnten. Darüber hinaus ist zu klären, ob die eigenen Fachkenntnisse für die Idee der Selbstständigkeit ausreichen, und ob der mögliche Selbstständige genügend kaufmännische Kenntnisse besitzt, um ein eigenes Unternehmen führen zu können.

Wenn man bereits in Deutschland erfolgreich ein eigenes Unternehmen führt, bedeutet dies nicht, dass dasselbe Unternehmen im Ausland genauso gut funktionieren wird. Man sollte sich also vorab über die lokalen Gegebenheiten informieren und die Marktlage beobachten. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn man die Sprache des Ziellandes beherrscht, um im Ausland erfolgreich ein Unternehmen führen zu können. Man muss sich ja nicht nur mit Kunden, sondern auch mit Behörden, Banken etc auseinandersetzen. Zudem nimmt man schneller Kontakt zur einheimischen Bevölkerung auf, wenn man die Sprache spricht. Ist eine gesamte Familie von der Selbstständigkeit im Ausland betroffen, sollten alle Familienmitglieder in die Entscheidung, ins Ausland zu gehen, miteinbezogen werden.

Wo man sich in Deutschland über Selbstständigkeit im Ausland informieren kann

Wer sich im Ausland selbstständig machen möchte, kann unter anderem bei den Deutschen Auslandshandelskammern Hilfe bekommen. Mit dem Programm DEInternational bieten die Auslandshandelskammern Firmengründern Informationen zu wirtschaftlichen, steuerlichen und rechtlichen Fragen der Firmengründung im Ausland. Allerdings sind die Hilfeleistungen kostenpflichtig.

Wichtig ist es natürlich auch, vor dem Schritt sich im Ausland selbstständig zu machen, Aspekte wie die Krankenversicherung oder die Altersvorsorge zu klären. Hier können einem die Deutsche Rentenversicherung und die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) weiterhelfen.

Schließlich kommen auf den selbstständigen Auswanderer viele Behördengänge zu. Wer sich in einem EU-Mitgliedsland selbstständig machen möchte, braucht immerhin keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Außerhalb der Europäischen Union darf man ohne Visum in viele Länder gar nicht erst einreisen, geschweige denn ein Unterhemden gründen, wenn man keine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis hat. Bei der Botschaft oder dem Konsulat des Ziellandes in Deutschland kann man sich erkundigen, welche weiteren Voraussetzungen man erfüllen muss, wenn man sich im Ausland selbstständig machen möchte. So ist zu klären, ob eine Eintragung ins Handelsregister notwendig ist. Eventuell werden Versicherungsnachweise, Gesundheitszeugnisse oder Qualifiaktionsnachweise verlangt, die man übersetzt und beglaubigt in der Sprache des Ziellandes vorlegen muss.  Die Deutsche Auslandshandelskammer im Zielland, kann hierzu auch Informationen liefern.

Finanzielle Aspekte zum Thema Selbstständigkeit im Ausland

Um die finanzielle Seite der Selbstständigkeit im Ausland zu klären, sollte man zunächst einen detaillierten Businessplan erstellen. Dies ist auch bei einer Selbstständigkeit in Deutschland zu empfehlen und notwendig, wenn man bei einer Bank einen Kredit beantragen möchte. Neben der Befähigung zum eigenen Unternehmen und den Erfolgsaussichten geht es beim Businessplan vor allem auch um die finanziellen Aspekte der Existenzgründung im Ausland.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit im Ausland ist, dass man über ausreichend finanzielle Rücklagen verfügt. Finanzielle Rücklagen sind wichtig, um einen Kredit bei einer Bank für die Existenzgründung bewilligt zu bekommen. Darüber hinaus braucht man diese Rücklagen, da das Unternehmen erwartungsgemäß zu Beginn keinen Gewinn abwirft, und man deshalb anfangs vom Ersparten leben muss. Doch die finanziellen Rücklagen sind nicht nur für das Unternehmen selbst wichtig. Wer ins Ausland auswandert, verändert damit komplett seine Lebenssituation, was hohe Kosten mit sich bringt. Es gilt, eine neue Wohnung oder ein Haus zu finden, der Umzug muss finanziert werden und weitere Kosten fallen an. Informationen zu diesen Themen erhält man unter anderem bei der Informationsstelle für Auswanderer und Auslandstätige des Bundesverwaltungsamtes.

Solange der Selbstständige in Deutschland gemeldet ist, müssen auch in Deutschland Steuern gezahlt werden, auch wenn er im Ausland arbeitet. Damit es bei einem Wohnsitzbeibehalt in Deutschland nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt, hat Deutschland mit vielen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Verlegt der Selbststsändige seinen Hauptwohnsitz ins Ausland, hat er dort Steuern zu zahlen.

Erwerbslose, die sich im Ausland selbstständig machen möchten, erhalten von der Bundesagentur für Arbeit einen Gründerzuschuss, wenn der Hauptwohnsitz des Selbstständigen in Deutschland bleibt. Dies urteilte das Bundessozialgericht. Informationen über den Gründerzuschuss sind bei der Bundesagentur für Arbeit zu finden.

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