In Südafrika leben und arbeiten

In Südafrika leben und arbeiten

Tipps für Auswanderer

Südafrika ist ein beliebtes Land für Auswanderer, da es viele Eigenschaften besitzt, die für Auswanderer attraktiv sind. Südafrika ist ein Einwanderungsland und beheimatet Menschen unterschiedlichster Kulturen. Es ist ein Sonnenstaat und besitzt wunderschöne Strände. Das Land ist ein Traum für Wassersportler aller Art. Es verfügt über eine beeindruckende Natur mit Bergen, Wüsten, Nationalparks und Dschungellandschaften. Die Lebenshaltungskosten sind in Südafrika insgesamt niedriger als in Deutschland. Kapstadt ist mit Abstand die teuerste Stadt des Landes. Doch auch die Gehälter sind in Südafrika wesentlich niedriger als in Deutschland.

In Südafrika gibt es elf Amtssprachen und weitere Sprachen, die in bestimmten Provinzen gesprochen werden. Die englische Sprache ist jedoch die am meisten genutzte Sprache und sollte unbedingt beherrscht werden, wenn man nach Südafrika auswandern möchte.

Für wen eignet sich Südafrika als Auswanderungsland?

Wer sich in Südafrika um eine Arbeitsstelle bewerben möchte, muss sich zunächst gegen die inländische Konkurrenz durchsetzen. Nich-Südafrikaner erhalten nur einen Arbeitsplatz in Südafrika, wenn für die Stelle kein Südafrikaner gefunden wurde. In Südafrika haben vor allem Arbeitssuchende aus dem Ausland mit Universitätsabschluss und Fachkräfte eine Chance auf einen Arbeitsplatz.

Gesucht werden Arbeitnehmer aus den folgenden Berufsgruppen:

  • Ärzte, Krankenschwestern und Krankenpfleger
  • Ingenieure
  • Architekten und Stadtplaner
  • Hebammen
  • Handwerker
  • Fachkräfte aus dem Hotelerie- und Gastronomiegewerbe

Bei der Jobvermittlung hilft unter anderem die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika. Es gibt auch online Jobbörsen wie jobs.co.za.

Voraussetzungen für ein unbegrenztes Visum

Es ist nicht einfach, für Südafrika ein unbegrenztes Visum zu bekommen. Am ehesten erhält man eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung, wenn:

  • man mit einem Südafrikaner oder einer Südafrikanerin verheiratetet ist, der/die in Südafrika lebt
  • sich als Rentner mit ausreichend Einkommen in Südafrika niederlassen möchte oder
  • als Unternehmer in eine bereits existierende südafrikanische Firma investiert.

In Südafrika werden eine Reihe von Visa und Arbeitsgenehmigungen ausgestellt, die von dem beabsichtigten Zweck des Aufenthalts abhängen. Die Visa und Arbeitsgenehmigungen stellt das Department für Home Affairs aus. Für Auswanderer gibt im Grunde fünf verschiedene Visa/Arbeitsgenehmigungen:

  • Arbeitsgenehmigungen („Work Permits“): Um eine allgemeine Arbeitserlaubnis für Südafrika zu bekommen, muss der Antragsteller eine Arbeit bei einer in Südafrika ansässigen Firma in Aussicht haben. Es ist Aufgabe des zukünftigen Arbeitgebers, nachzuweisen, dass er keinen Südafrikaner für die Arbeitsstelle finden konnte.
  • Rentner („Retired Persons Permit“): Um als Rentner eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, ist ein monatliches Mindesteinkommen die Voraussetzung. Das Mindesteinkommen beträgt pro Person 20.000 ZAR (knapp 1500 Euro). Als Einnahmequelle gelten Renteneinnahmen, Mieteinnahmen, Kapitaleinnahmen (Zinsen) oder ein großes Vermögen. An das Visum für Rentner sind keine Altersbeschränkungen geknüpft.
  • „Business Permits“: Es gibt zwei Möglichkeiten, ein „Business Permit“ zu bekommen: 1. Man investiert mindestens 2,5 Millionen Rand in ein bereits bestehendes Unternehmen oder gründet mit dem Betrag ein Unternehmen. 2. Man investiert einen geringeren Betrag, allerdings in einen Sektor, der von nationalem Interesse ist. Hierfür benötigt man einen sogenannten „Waiver“, der vom Wirtschaftsministerium ausgestellt wird.
  • „Corporate Permits“: Die „Corporate Permits“ werden an große südafrikanische Firmen vergeben, die gerne mehrere ausländischen Mitarbeiter einstellen möchten. Die zukünftigen Mitarbeiter erhalten auf diesem Weg schneller eine Aufenthaltsgenehmigung als andere.
  • „Financially Independent Permits“: Eine Aufenthaltsgenehmigung für finanziell unabhängige Personen wird vergeben, wenn der Antragsteller ein Vermögen von mindestens 7,5 Millionen Rand nachweisen kann und für das Visum eine Gebühr von 75.000 Rand bezahlt. Dieses Visum ist für vermögenden Menschen interessant, die kein monatliches Einkommen haben.

Um die südafrikanische Staatsbürgerschaft beantragen zu können, benötigt man eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung und muss sich innerhalb der letzten acht Jahre fünf Jahre in Südafrika aufgehalten haben, wobei auf jeden Fall das letzte Jahr vor der Antragstellung.

Nähere Informationen erhält man bei der Botschaft Südafrikas in Berlin.

Der Umzug nach Südafrika: Worauf man alles achten muss

Ein Umzug in ein Land auf einem anderen Kontinent weit ab von Deutschland will gut vorbereitet sein. Eine Menge Dinge kann man schon von Deutschland aus regeln. Manches allerdings auch erst, wenn man schon in Südafrika ist.

Was man schon in Deutschland regeln kann:

  • Papiere:  Bei einem Umzug in ein anderes Land sollte man sich beim Einwohnermeldeamt in Deutschland abmelden. Für die Einreise in Südafrika benötigt man einen gültigen Reisepass und ein Visum. Wenn man sich als Bürger der Europäischen Union weniger als 90 Tage in Südafrika aufhält, ist kein Visum nötig. Eine Meldepflicht gibt es in Südafrika nicht. Der deutsche Führerschein ist in Südafrika gültig, wenn man sich dort als Tourist aufhält. Für Auswanderer gilt, dass sie ihren deutschen in einen südafrikanischen Führerschein beim örtlichen „Traffic Department“ umschreiben lassen müssen.
  • Rente und Altersvorsorge: Zwischen Deutschland und Südafrika besteht kein Sozialversicherungsabkommen Die Rentenansprüche, die in dem einen Land erworben wurden, werden in dem anderen Land damit nicht anerkannt. Dies ist nicht weiter schlimm, da es in Südafrika sowieso so gut wie kein System der sozialen Absicherung gibt. Es besteht keine staatliche Rentenversicherung und keine staatliche Pflege- oder Unfallversicherung. Nur in die Arbeitslosenversicherung zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein. Dieser Betrag ist mit jeweils einem Prozent des Bruttoeinkommens jedoch so gering, dass im Ernstfall wohl kaum jemand mit dem Arbeitslosengeld über die Runden kommen würde. Es ist also wichtig, sich privat abzusichern. Für Akademiker kommen vor allem die großen Rentenversicherungen Südafrikas in Frage: Sanlam, Momentum oder Mutual. Der Vorteil dieser Versicherungen ist, dass sie auch ausgezahlt werden, wenn man im Rentenalter nach Deutschland zurückkehrt. Ansonsten kann man auch weiterhin freiwillig in die deutsche Rentenversicherung einzahlen. Weitere Informationen erhält man bei der Deutschen Rentenversicherung.
  • Wenn der Hausrat mit auswandern soll: Bei einem kompletten Umzug nach Südafrika ist zu empfehlen, eine internationale Spedition mit dem Umzug zu beauftragen. Der Hausrat wird dann im Container von Deutschland zum Zielort gebracht. Man sollte sich von verschiedenen Umzugsunternehmen Angebote zukommen lassen.

Was in Südafrika geregelt werden muss:

  • Wohnungssuche: Die Miet- und Kaufpreise für Immobilien in Südafrika sind sehr unterschiedlich. Wieviel man bezahlt, hängt von der Lage und der Ausstattung ab. In den großen Städten wie Kapstadt und Johannesburg sind die Preise höher als in anderen Regionen. Viele Wohnungs- und Hausangebote sind auf Immobilienwebsites (zum Teil deutschsprachig) zu finden. Dazu gehören: cape invest, private property oder property junction.
  • Eine Steuerkarte in Südafrika beantragen: Jeder, der in Südafrika lebt und arbeitet zahlt Steuern. Die Einkommenssteuer wird monatlich von Gehalt abgezogen.
  • Einrichtung eines Bankkontos:  Welches Bankkonto man in Südafrika eröffnen darf, hängt davon ab, ob man eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hat oder nicht. Als Tourist darf man nur ein Konto für Ausländer („Non-Resident“) eröffnen. Auf dieses Konto ist es nicht erlaubt, Beträge in südafrikanischer Währung einzuzahlen. Ansonsten muss man für die Eröffnung eines Bankkontos mehrere Dokumente vorlegen: einen gültigen Reisepass, die Aufenthaltsgenehmigung und den Nachweis einer Wohnadresse in Südafrika. Manchmal muss man auch Auskunft darüber geben, wo das Geld herkommt, das man einzahlen möchte.
  • Krankenversicherung: Die Gesundheitsversorgung ist in Südafrika als sehr gut zu bezeichnen. Dies gilt insbesondere für die großen Städte. Allerdings lässt die staatliche Versorgung zu Wünschen übrig und ist unbedingt zu empfehlen, eine private Krankenversicherung abzuschließen. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Südafrika jede Krankenversicherung verpflichtet, einen Antragsteller anzunehmen, ungeachtet der medizinischen Vorgeschichte und des Alters des Antragstellers. Allerdings gibt es sogenannte „Sperrfristen“, die unter Umständen bewirken, dass der Versicherungsschutz nicht sofort beginnt. Wenn man noch nie eine südafrikanische Krankenversicherung hatte und an einer bestimmten Krankheit leidet, darf die Krankenkasse dem Antragsteller eine zwölf-monatige Sperrfrist auferlegen. Für alle anderen Erstversicherer gilt möglicherweise eine drei-monatige Sperrfrist. Deshalb ist Auswanderern zu empfehlen, zunächst eine Auslandskrankenversicherung in Deutschland abzuschließen. Zudem gibt es bei südafrikanischen Krankenversicherungen eine sogenannte „late joiner penalty“. Wenn man ab dem 35. Lebensjahr keine Krankenversicherung in Südafrika hatte oder diese für mehrere Monate unterbrochen hat, bekommt man eine Strafe auferlegt. Das heißt, man muss einen höheren monatlichen Beitrag zahlen als andere. Um eine Krankenversicherung abschließen zu können, benötigt man eine Wohnadresse in Südafrika sowie eine Kontoverbindung in Südafrika, damit die monatlichen Beiträge dort abgebucht werden können.
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