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Potenzialanalyse

Selbstreflexion und Selbstoptimierung ist in den letzten Jahren zu einem immer stärkeren Trend geworden. Da wundert es nicht, dass bereits in der Schule damit begonnen wird Jugendliche dazu anzuhalten sich mit ihrer Selbst zu beschäftigen. Eine aktuell populäre Methode dafür sind die sogenannten Potenzialanalysen. Doch was kann man darunter verstehen? Wie funktioniert so etwas? Welches Ergebnis ist zu erwarten?

Letztlich bedeutet Potenzialanalyse genau das, was der Name aussagt – die Analyse des eigenen Potenzials. Oder in anderen Worten: Das Erkennen der eigenen Stärken und Ressourcen.

Ihren Ursprung hat die Potenzialanalyse in der Personalwirtschaft. Es gibt unter Anderem Überschneidungen mit dem typischen Assessmentcenter bei Bewerbungsprozessen. Anders aber als bei einem klassischen Bewerbungsverfahren ist die Intention der anleitenden Fachkraft nicht, eine passende Person für eine Stelle zu finden, sondern die individuelle Förderung der Teilnehmenden. Die Potenzialanalyse findet zwar in einer Gruppe statt, jedoch ohne Konkurrenzdenken. Es geht nicht darum herauszustechen, sondern zu erkennen, dass jede*r Teilnehmende unterschiedliche Stärken hat, diese wertzuschätzen und ein Gefühl für die eigenen Stärken zu bekommen. Zwangsläufig ist die Gruppe der Teilnehmenden heterogen, weshalb Methoden so gewählt werden, dass sie für jede*n umgesetzt werden können, unabhängig von kultureller Herkunft, Geschlecht, Sexualität usw. Um das zu gewährleisten, setzt sich das Fachpersonal davor mit inklusiver Sprache und Formulierungen auseinander, um eine gerechte Sprechweise zu verwenden. Zusätzlich unterziehen sich die Anleitenden einer Selbstreflexion, um sich über Schubladendenken und Vorurteile im Klaren zu sein.

Es zeigt sich also, dass die Ziele einer Potenzialanalyse die Herausstellung der eigenen Individualität, Stärken und Selbstreflexion sind und auf lange Sicht das Erkennen eines geeigneten Berufsfeldes.

Potenzialanalysen können in jedem Alter und Kontext fruchtbar sein, besonders interessant sind allerdings die Angebote für Schüler*innen, die sich das erste Mal mit Selbstreflexion auseinandersetzten. Es ist der Trend zu erkennen, dass zunehmend Potenzialanalysen ab der 7. oder 8. Klasse durchgeführt werden.

Je nach Anbieter, anleitender Person und Teilnehmendengruppe können die Methoden zur Kompetenzerkennung variieren. Trotzdem zeigen sich deutliche Parallelen in der Methodik und Zielführung der Analyseverfahren. In der Regel werden Kompetenzen aus drei verschiedenen Bereichen in den Blick genommen. Zum einen die Fachkompetenz – In welchem Arbeitsfeld liegen meine Stärken? Welches Schulfach liegt mir gut und warum? Zudem beobachten die Durchführenden Methodische Kompetenzen – Wie ist meine Arbeitsweise? Handle ich zielstrebig und lösungsorientiert? Wie strukturiert gehe ich vor? Auch Personale Kompetenzen dürfen nicht außer Acht gelassen werden – Wie begeisterungsfähig und motiviert bin ich? Wie selbstsicher bin ich? Wie agiere ich in einer Gruppenarbeit? Welche Rolle habe ich in der Gruppe? Bin ich kompromissbereit?

Es wird deutlich, dass sowohl die eigenen Fähigkeiten erkannt werden sollen, aber auch wie Teilnehmende sich in einer (Arbeits-)Gruppe verhalten. Eine Gruppenaufgabe in einer Potenzialanalyse könnte z.B. folgende sein: „Baut gemeinsam eine Konstruktion, mit der ihr, ohne Hände oder Füße zu verwenden, eine Blumenvase an die andere Seite des Raumes befördern könnt.“ Wie die Gruppe die Aufgabe löst ist komplett den Teilnehmenden überlassen. Bei der Durchführung lassen sich eine Vielzahl von Kompetenzen auf allen drei vorgestellten Ebenen beobachten.

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Handwerkliche Aufgaben und Gruppenaufgaben wie diese wurden am Beispiel der Abenteuer- und Erlebnispädagogik entwickelt. Neben der Bobachtung von der Arbeitsweise der Teilnehmenden, wird teilweise auch der biografische Hintergrund im Zuge der Potenzialanalyse miteinbezogen. Außerdem geht dem für gewöhnlich ein theoretischer Teil voraus, in dem Fragen gestellt werden, um die Ist-Situation der Teilnehmenden herauszustellen. Hierfür werden standardisierte Fragen verwendet, welche beispielsweise wie folgt aussehen können: Welches Schulfach macht dir am meisten Spaß? Hast du Träume oder Ziele, was du gerne mal machen möchtest?

Auch die Persönlichkeit der Teilnehmenden wird noch einmal in den Blick genommen und theoretisch erfragt: Wie würden dich deine Freunde beschreiben? Welches Verhalten oder welche Eigenschaften sind dir bei anderen und dir selbst wichtig? Mit der Aussicht Klarheit über die berufliche Orientierung zu bekommen, werden Fragen wie: Hast du schonmal ein Praktikum gemacht? Arbeitest du lieber mit anderen Menschen zusammen oder lieber allein? gewählt. Abschließend werden die Ergebnisse der Potenzialanalyse reflektiert: Was hast du heute gelernt? Wie lässt sich das neu Erlernte umsetzen? Was muss noch einmal näher beleuchtet werden?

Auch wenn die Methoden und die Durchführung einer Potenzialanalyse variieren können, besteht diese standardmäßig aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Rufen wir uns noch einmal ins Gedächtnis, dass es Ziel der Potenzialanalyse ist, durch Selbstreflexion die eigenen Ressourcen zu erkennen und diese interpretieren und ausbauen zu können.

Aus diesem Grund werden die Jugendlichen auch in den Auswertungsprozess miteinbezogen, damit sie die Verfahren nachvollziehen können. Sie können hier ihre Selbstwahrnehmung mit der professionellen Fremdwahrnehmung durch die anleitende Person vergleichen und weitere Schlüsse ziehen.

Worauf muss ich bei der Wahl zur Durchführung einer Potenzialanalyse achten?

Ein zentraler Indikator für eine*n professionellen Anbietenden ist Transparenz von Anfang an. Sowohl für die Eltern als auch für die Schüler*innen soll transparent dargestellt werden mit welchem Ziel und mit welchen Methoden die Analyse durchgeführt wird. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass man am Ende einer Potenzialanalyse einen konkreten Berufswunsch definieren kann. Es handelt sich vielmehr um den ersten Schritt in Richtung Selbstreflexion.

Des Weiteren erkennt man eine professionelle Potenzialanalyse daran, ob es Verweise darauf gibt, dass sich bei der Konzeption des Programms an den „Qualitätsstandards des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Durchführung von Potenzialanalysen zur Berufsorientierung“ orientiert wurde.

Wer führt Potenzialanalysen durch?

Um sich weiter über das Angebot von Potenzialanalysen zu informieren, bzw. Anbietende zu finden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können als Anhaltspunkt diverse Karrieremessen dienen, bei denen man sich nicht nur über berufliche Möglichkeiten informieren kann, sondern auch Unterstützung bei der Orientierung erhält. Teilweise werden sogar Potenzialanalysen auf den Messen selbst durchgeführt.

Zusätzlich gibt es zahlreiche private Anbietende und Firmen, die ihre Potenzialanalysen mithilfe von Vorgesprächen individuell auf ihre Kund*innen abstimmen.

Ebenfalls nicht außer Acht zu lassen sind die regionalen BIZ der Bundesagentur für Arbeit. Wo Schüler*innen eine breite Auswahl an Informationen erhalten und persönliche Gespräche mit den regionalen Fachberatenden vereinbaren können.

Auch auf Länderebene werden junge Menschen bei der Kompetenzentwicklung und Berufsorientierung unterstützt. Beispielhaft hierfür sind die Länder NRW und Brandenburg. Nordrhein-Westfalen ist bei der individuellen Förderung von Schüler*innen ganz vorne mit dabei und hat die Initiative „Kein Abschluss ohne Abschluss“ (KaoA) ins Leben gerufen, um Schüler*innen den Übergang aus der Schule in die Berufswelt zu erleichtern. KaoA ermöglicht ab der 8. Klasse die Durchführung von Potenzialanalysen in der Schule. Dort findet man diese in Verbindung mit der Berufsfelderkundung (BFE), bei welcher in Kommunikation mit verschiedenen Unternehmen etwas Passendes für sich gefunden werden kann.

Das Land Brandenburg unterstützt den Gedanken der individuellen Förderung mit der Initiative Sekundarstufe I (INSEK).

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