Fachbereich Human- und Zahnmedizin

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Foto von Online Marketing, Unsplash

Die beiden Studiengänge unterscheiden sich stark voneinander. Während ein Humanmediziner mit einem Staatsexamen und einer Doktorarbeit (Dissertation) abschließt, kann Zahnmedizin auch mit Bachelor-Abschluss studiert werden. Im folgenden Artikel erhältst du wertvolle Informationen über diese Studienrichtungen, wir vergleichen die Unterschiede und zeigen Zugangsvoraussetzungen auf, welche an deutschen Hochschulen derzeit üblich sind. Außerdem erhältst du einen Ausblick auf ein mögliches Gehalt als Arzt beziehungsweise Zahnarzt und erfährst, wie du dich in Zukunft weiterentwickeln kannst.

Zulassungsbeschränkte Studiengänge: Der NC entscheidet darüber, wie lange du warten musst

Um Humanmedizin studieren zu können, benötigst du einen allgemeinen Notendurchschnitt von 1,1 oder besser. Die Berliner Charité hat zudem ein ganz eigenes Auswahlverfahren, bietet aber auch eine Ausbildung in Medizin an. In Bochum kann Medizin mit einem NC von 1,3 studiert werden, Erlangen-Nürnberg fordert sogar einen NC von 0,9, während Leipzig und Ulm auch Studenten mit einem NC von 1,5 zum Medizinstudium zulassen. Sollten deine Noten schlechter sein, kannst du dich auf eine Warteliste setzen lassen. Die maximale Wartezeit auf einen Studienplatz beträgt 14 Semester. Während dieser Zeit kannst du eine Ausbildung machen, welche dir später in der Arztlaufbahn weiterhilft, oder dir andere Qualifikationen aneignen. Viele Studienanwärter auf Wartelisten gehen aber auch einfach jobben, bis ein Platz Ihres Traumstudiums frei wird.

Wenn du Zahnheilkunde studieren möchtest, kommt es darauf an, in welchem Bundesland du dein Abitur gemacht hast. Zugelassen werden zum Beispiel Abiturienten mit einem NC von 1,1 aus Rheinland-Pfalz mit einem Wartesemester. Bei der Abiturnote 1,4 aus Berlin musst du hingegen 11 Semester lang warten, bis du Zahnmedizin studieren kannst. Die maximale Wartezeit auf einen Studienplatz für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde beträgt 16 Semester (acht Jahre!), rund 20 Prozent aller Studenten haben eine Wartezeit in Kauf nehmen müssen.

Studieninhalt Humanmedizin

Nach dem Grundstudium, welches die Fächer Anatomie, Biologie, Biochemie, Chemie, Physik, Physiologie und Psychologie umfasst, folgt das 1. Staatsexamen. Erst danach kann das 2. Staatsexamen abgelegt werden, welches dich dazu befähigt, als Arzt zu arbeiten. Den Doktortitel darfst du aber erst nach einer erfolgreichen Dissertation tragen. Das Medizinstudium enthält viele praktische Komponenten im Labor und am echten Menschen. Schon während des Studiums ist eine Spezialisierung notwendig, um dann gezielt Inhalte aus der Augenheilkunde, Chirurgie, Humangenetik, Neurologie oder Orthopädie erlernen zu können. Aber auch ökonomische Vorgänge gehören zum Studieninhalt, außerdem Medizingeschichte, Kenntnisse in Notfallmedizin werden vermittelt, Ethik und Pharmakologie-Kurse belegt. Außerdem gewinnt die Informatik in der Medizin einen stetig wachsenden Stellenwert, viele künstliche Gelenke kommen mittlerweile aus dem 3D Drucker. Ein Mediziner tut gut daran, sich dieser innovativen Technologie nicht zu verschließen und lernt während des Studiums Grundlagen in Computer Aided Design (CAD).

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Studieninhalt Zahnmedizin

Das Dentologiestudium beginnt mit der sogenannten Vorklinik. In dieser Phase werden grundlegende Prozesse erlernt, die nötig sind, um Menschen behandeln zu können. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Anatomie, Biologie & Biochemie, Chemie, Histologie, Phantomkurse, Physik, Physiologie und Propädeutik. Von Anfang an lernst du an einem künstlichen Modell, dem sogenannten Phantompatienten. Es besteht aus einem realistischen Kunststoffkopf und dient dazu, alle Handlungen so vorzubereiten, dass sie im klinischen Teil des Studiums an echten Patienten gelingen. Im klinischen Studienteil erlernst du dann Fähigkeiten und Kenntnisse in Chirurgie, Dermatologie, Hygiene, Mikrobiologie, Pharmakologie, Prothetik, Zahnerhaltungs- und Zahnersatzkunde. Da viele Prothesen additiv gefertigt werden, erlernst du den Umgang mit moderner CAD-Software und wie man 3D Modelle für den Druck vorbereitet.

So lange dauert das Studium

Das Studium der Humanmedizin dauert etwa 12 bis 13 Semester, das ist ganz von der gewählten Universität abhängig. Zahnmedizin lässt sich üblicherweise in 10 Semestern abschließen, wobei fünf davon praktisch in einer Klinik durchgeführt werden. Dieser Studiengang ist besonders zeitintensiv und erfordert ein hohes Maß an Anstrengungsbereitschaft, du bist als Zahnmedizinstudent rund 35 Arbeitsstunden jede Woche eingebunden. Vorlesungen am Nachmittag sind dabei in der Vorklinik keine Seltenheit.

Im Medizinstudium gehört es obligatorisch für jeden Studierenden dazu, sich drei Monate lang praktisch in einer Pflegeeinrichtung ausbilden zu lassen. Dieser Bestandteil des Medizinstudiums heißt Famulatur und wird vor dem medizinischen Praxisjahr durchgeführt. In den letzten beiden Semestern deines Medizinstudiums bist du damit beschäftigt, deine theoretischen Kenntnisse in der Praxis zu beweisen. Du assistierst Ärzten in der inneren Medizin, Chirurgie und einem weiteren Fachbereich, den du dir frei aussuchen kannst.

Gehaltsaussichten und Zukunftsperspektive

Ärzte verdienen in Deutschland unterschiedlich viel, wobei Herz- und Gefäßchirurgen statisch gesehen mit den höchsten Gehältern rechnen können. Als Allgemeinmediziner kannst du von einem Einstiegsgehalt von rund 4.350,- Euro ausgehen, spezialisierte Fachärzte erhalten circa 6.200,- Euro monatlich und als Oberarzt in einem Krankenhaus kannst du bis zu 9.300 Euro im Monat verdienen.

Als Zahnarzt kannst du bis zu 10.400 Euro im Monat verdienen, es ist auch möglich, dich auf den Bereich Kieferorthopädie zu spezialisieren. Wer eine eigene Zahnarztpraxis eröffnen möchte, sollte jedoch mit Kosten in Höhe von mindestens 350.000 Euro rechnen. Auch die Versicherung verschlingt einen großen Teil der Nettoeinnahmen eines Zahnmediziners.

In beiden Berufen kann eine juristische Zusatzqualifikation sinnvoll sein, um später als Gutachter arbeiten zu können. Auch bei der Sozialversicherung oder im Gesundheitsamt gibt es interessante Einsatzgebiete für Human- und Zahnmediziner. Ferner zieht es einige Ärzten nach einigen Jahren der praktischen Erfahrung in private oder öffentliche Forschungseinrichtungen.

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