Sabbatical – der Ausstieg auf Zeit gelingt so

Welcher Arbeitnehmer träumt nicht davon, Abstand zum Beruf zu bekommen und sich eine Auszeit zu nehmen? Was in einigen Unternehmen die Regel ist, bleibt für andere Arbeitnehmer ein ewiger Traum. Die Gründe für einen temporären Ausstieg sind unterschiedlich. Oft ist es die Erfüllung eines langgehegten Traums wie eine Weltreise, ein Hausbau, eine Pflegezeit oder die Verlängerung der Elternzeit, die Arbeitnehmer dazu bewegt, ein Sabbatical zu beantragen. Manchmal ist es auch ein Burnout, der zum temporären Ausstieg zwingt. Was es auch ist: Nur mit einer guten Planung gelingt der Ausstieg auf Zeit.

Finanzielle Planung schützt vor bösen Überraschungen

Eine Auszeit muss kein Luxus sein. Arbeitnehmer, die aufgrund eines Arbeitszeitmodells im Unternehmen einen bezahlten Sabbatical nehmen können, sind gut dran. Anders sieht es für Arbeitnehmer aus, die nur unbezahlten Urlaub nehmen können oder gar kündigen müssen, um in den Genuss des Sabbaticals zu kommen. Diese Arbeitnehmer benötigen einen finanziellen Rückhalt für die Zeit des Ausstiegs.

Das können Ersparnisse oder Geld aus aufgelösten Versicherungen sein. Auch der Verkauf nicht mehr benötigter Gegenstände bringt jede Menge Geld ein, mit der die Auszeit finanziert werden kann. Vielleicht ist ein längerer Ausstieg beabsichtigt. Dann lohnt es sich, das Haus oder die Wohnung zu untervermieten. So kommt weiterhin regelmäßig Geld auf das Konto. Im absoluten Notfall kann die Auszeit auch mit kleinen Jobs finanziert werden, wie Vorträge oder Work & Travel-Jobs.

Versicherungen – Überlebenswichtig im Ausland

Versicherungen sind auch im Ausland das A und O für eine optimale Absicherung. Gerade Krankenversicherungen können Leben retten. Solange das Sabbatical in Europa bzw. in Ländern der EU stattfindet, genügt die europäische Krankenversicherungskarte, um im Krankheitsfall abgesichert zu sein.

Findet das Sabbatical hingegen außerhalb der EU statt, ist eine Auslandskrankenversicherung nötig. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Versicherung für die gesamte Zeit des Auslandsaufenthaltes gilt. Viele Auslandskrankenversicherungen gelten nur für drei Monate, sechs Monate oder neun Monate. Geht der Auslandsaufenthalt länger als diese Frist, erlischt der Versicherungsschutz.

Was viele Sabbaticalnehmer vergessen, ist der erloschene Versicherungsschutz nach ihrer Rückkehr. Um nach der Heimkehr nicht ohne Versicherungen dazustehen, sollte sich bereits vor der Abreise darum gekümmert werden. Wird nach der Heimkehr eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen, ist diese Vorsorge nicht notwendig. In allen anderen Fällen sollten Sabbaticalnehmer Kontakt mit der Krankenkasse aufgenommen werden. Diese berät, ob eine Anwartschaftsversicherung notwendig ist oder nicht.

Vor dem Sabbatical an die Rückkehr denken

Ein langes Sabbaticaljahr steht bevor. Niemand möchte dann schon an das Ende der Auszeit denken. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte spätestens nach sechs Monaten der Auszeit mit den Planungen für die Rückkehr begonnen werden.

Wurde für das Sabbatical der Job gekündigt, steht die Suche nach einem neuen Job an erster Stelle. Dank des Internets ist auch aus dem Ausland eine Bewerbung möglich. Viele Unternehmen bevorzugen inzwischen die Bewerbung per Mail.

Um den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht zu verlieren, ist eine Arbeitslosenmeldung bereits vor der Abreise notwendig. Da kein Anspruch auf Arbeitslosengeld bei einem Auslandsaufenthalt besteht, ist nur eine An- und Abmeldung für einen Tag möglich. In allen anderen Fällen muss der Antragsteller dem Arbeitsamt bzw. dem Arbeitsmarkt während des Sabbaticals zur Verfügung stehen.

Einige Sabbaticalnehmer brechen vor ihrem Sabbatical alle Brücken hinter sich ab, kündigen die Wohnung, Versicherungen, Verträge und verschwinden ins Abenteuer. Um nicht nach der Rückkehr bei Freunden und Bekannten unterschlüpfen zu müssen, sollte mindestens drei Monate vor der Rückkehr mit der Wohnungssuche begonnen werden. Auch das ist übers Internet möglich. Zur Besichtigung der Wohnung können notfalls auch Freunde gehen, wenn der Sabbaticalnehmer im Ausland ist.

Sind die wichtigsten Dinge wie Wohnung, Job und Versicherungen geklärt, steht einer reibungslosen Rückkehr nichts im Wege.

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