Sozialarbeit im Ausland

Auslandsaufenthalte lohnen sich natürlich immer. Zu den wichtigsten Argumenten für Freiwilligenarbeit im Ausland zählt -neben dem Erwerb von Sprachen und der Arbeit mit Menschen anderer Kulturen- das gute Werk, das man im Ausland damit verrichtet, z.B. in einem Waisenhaus in Ghana.

Bildung gilt nach wie als Voraussetzung für sozialen Aufstieg. Doch versierte Lehrer und Betreuer sind in vielen Teilen dieser Welt nach wie vor Mangelware.

Unterricht und Betreuung als Freiwilligenarbeit

Daher bietet sich die Freiwilligenarbeit in Waisenhäusern und Schulen vor allem für Studierende mit pädagogischen und sozialtherapeutschem Schwerpunkt an. Als Freiwillige/r in einer Schule übernähmen sie Teile des Unterricht.

In Vorschulen betreuen Sie die kleineren Kinder der Gegend: Spielen, Lieder singen, Geschichten erzählen usw. In Waisenhäusern verbringen Sie Ihre Zeit mit Kindern, die Ihre Eltern durch Bürgerkriege und Krankheiten verloren haben.

Ihre Unterstützung ist prinzipiell in allen Lebensbereichen gefragt: Vom morgendlichen Anziehen bei den kleineren Kindern bis zur Nachhilfe bei den Schulkindern. Und unabhängig vom Alter natürlich Sport, gemeinsame Ausflüge und haushalterische Tätigkeiten.

Arbeitszeit

Da es nicht nur an Personal, sondern häufig auch Material und Mobiliar fehlt, ist der Job in afrikanischen Waisenhäusern und Schulen vor allem einer für Helfer mit kreativer Ader. Je nachdem, was vor Ort erforderlich ist, arbeiten Sie in Voll- oder Teilzeit, zwischen Montag und Freitag von 7 und 17 Uhr (Mittagspause i.d.R. 12 – 15 Uhr). Die Wochenenden sind üblicherweise frei. Somit haben Sie als Volunteer genügend Zeit für eigene Aktivitäten.

Voraussetzungen für Freiwilligenarbeit im Sozialbereich

Viele Projekte weltweit sind bei ihrer Arbeit auf Freiwillige angewiesen. Allerdings sollten diese Helfen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Alter: 18 – 99 Jahre.
  • Sprache (je nach Land): mind. Englisch od. Französisch
  • Berufserfahrungen: Nicht notwendig

Eine Ausnahme stellt der medizinische Bereich dar. Hier sind praktische Erfahrungen unbedingt notwendig. Aber auch unterrichtenden Tätigkeiten können sie zumindest nicht schaden.

Persönlichkeit

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt vor allem für Entwicklungsländer. Darum sollten sich Freiwillige, die in Waisenhäusern und Schulen z.B. in Ghana arbeiten wollen, darauf einstellen. Trinkwasser kommt nicht selbstverständlich aus dem Hahn und der Strom fällt (so er überhaupt da ist) des Öfteren aus.

Ebenso entsprechen Hygiene und sanitäre Einrichtungen nicht unbedingt den europäischen Standards. Wer als Volunteer dort arbeitet, muss sich an Klima und Kultur anpassen, selbstständig arbeiten und in vielen alltäglichen Situationen improvisieren können.

Von Teilnehmern an Freiwilligenprojekten wird erwartet, dass sie dem fremden Kulturkreis offen gegenübertreten und auch bei religiösen Einstellungen Toleranz aufbringen. Besonders in muslimisch geprägten Ländern und Gegenden sind zum Beispiel lange Hosen und Röcke angebracht. Oberteile sollten die Schultern unbedingt bedecken.

Europäischer Freiwilligendienst (EFD)

Der Europäische Freiwilligendienst ist Teil des EU-Programms „Jugend in Aktion„. Im Rahmen dieser Freiwilligenarbeit unterstützen sie im Ausland gemeinnützige Projekte mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendlichen, aber auch Senioren, Obdachlosen und Menschen mit Behinderung.

Die Arbeit findet nicht nur innerhalb Europas statt, sondern teilweise auch in Asien, Süd- und Mittelamerika. Die Tätigkeitn erstrecken sich über zahlreiche Lebensbereiche wie Kirche, Umweltschutz, Bildung, Öffentlichkeitsarbeit, Freizeit und Sport. Die Einsätze dauern zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten.

Organisationen, die Freiwilligenarbeit im Rahmen des EFD anbieten oder vermitteln, sind unter anderem Vereine und Kirchengemeinden. Sie können sich direkt an diese Stellen wenden oder in der Datenbank der europäischen Jugend-Kommission recherchieren.

Als EFD-Teilnehmer erhalten Sie unter anderem einen Sprachkurs, sie werden auf ihren Aufenthalt organisatorisch vorbereitet (Impfungen, Visa), die Kommission übernimmt auch die Reisekosten, organisiert ein Treffen mit anderen Teilnehmern im Zielland, sorgt für Kost und Logis und zahlt Ihnen ein Taschengeld für die Zeit.

Selbstverständlich sind sie während des EFD sozialversichert. Zum Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat über die Teilnahme.

Ihr Weg ins Ausland

Natürlich können Sie Ihren Auslandsaufenthalt auch auf eigene Faust planen. Das ist unter Umständen sogar günstiger, als wenn Sie sich an einen auf Freiwilligendienste spezialisierten Reise-Veranstalter wenden. Schließlich müssen Sie niemanden dafür bezahlen, dass er in ihrem Auftrag handelt.

Auf der anderen Seite unterhalten diese Unternehmen zahlreiche Kontakte zu hilfebedürftigen Organisationen in aller Welt und schaffen die Rahmenbedingungen für einen gelungenen Auslandsaufenthalt – von den notwendigen Visa bis zur Landung auf dem Heimatflughafen.

Sicherheit

Als Teilnehmer eines Freiwilligenprojekts bekommen Sie detaillierte Informationen zu Ihrem künftigen Arbeitsplatz. Darüber hinaus Sie werden am Ankunftsort empfangen und ggf. untergebracht.

Kontakte

Wenn Sie Ihre Reise über einen Veranstalter buchen, erhalten Sie vorab eine Liste mit wichtigen Kontakten, unter anderem von Mitreisenden. So können Sie sich ggf. schon vor der Abreise miteinander austauschen und helfen. Zur Kommunikation untereinander dienen auch spezielle Online-Foren auf den Homepages der Veranstalter.

Auch ihre Verwandtschaft weiß, an wen sie sich wenden muss – z.B. für den Fall, dass sie ihnen etwas nachschicken muss (oder möchte) und eine Postadresse braucht, während Sie jenseits der Zivilisation unterwegs sind.

Hilfe

Natürlich soll im Ausland alles glatt gehen, doch falls mal etwas Unvorhergesehenes passiert, ist es gut, einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner zu haben. Sie können bestohlen oder krank werden, in Konflikt mit Kollegen oder Arbeitgebern geraten. Ein Reiseunternehmer, der sich mit Land und Leuten auskennt, kümmert sich um schnellstmögliche Hilfe.

Das gilt auch für den Fall, dass es bereits bei der Buchung zu Komplikationen kommen sollte. Auch dann wird Ihr Veranstalter um Hilfe bemüht sein.

Verbände

Wenn Sie vorhaben, als Freiwillige/r in einem Hilfsprojekt zu arbeiten, sollten Sie darauf achten, dass Ihr Reiseveranstalter Mitglied in einem Verband ist, z.B.

  • WYSETC (World Youth Student & Educational Travel Confederation) oder
  • WYSE Work Abroad

Damit wird sichergestellt, dass es sich um verantwortungsbewusste internationale Programme handelt, die das kulturelle und wirtschaftliche Miteinander der Nationen fördern.

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