Digitale Bewerbung

Immer mehr Unternehmen suchen über Social Media und Jobportale Mitarbeiter:innen

Noch nicht von gestern

Trotz des zunehmenden Fokus auf Social Media ist statistisch gesehen die Bewerbung per E-Mail derzeit die am meisten genutzte Variante. Vor allem bei Bewerber:innen ist sie beliebt, denn es braucht nur ein kurzes Anschreiben in der E-Mail, dann die angehängte Bewerbung im PDF-Format und ab gehts. Unternehmen dagegen präferieren teilweise das eigene Bewerberportal. Das hieran angeschlossene Datenmanagementsystem des Unternehmens bereitet die Informationen über die Bewerber:innen nach individuell gewünschten Kriterien auf, was dem Unternehmen Arbeit und Zeit spart. Für die Bewerber:innen hingegen ist es häufig mehr Aufwand. Doch auch Bewerbungsportale erfinden das Rad nicht neu: Junge Talente kennenzulernen, zu interviewen und die finale Entscheidung zu treffen, steht für Personaler:innen weiterhin auf der Tagesordnung.

Die Bewerbung persönlich abgeben

Was zunächst nach Staubsaugervertreter:innen in den 60ern klingt, ist auch heute durchaus noch möglich und vor allem in kleineren Unternehmen wirksam: die Bewerbung persönlich einreichen. Der persönliche erste Kontakt kann der Eisbrecher sein, der dich von den unpersönlichen E-Mailbewerbungen abhebt und dich in Erinnerung bleiben lässt. Vor allem jedoch in größeren Unternehmen, in denen Zuständigkeiten stark zentralisiert sind und Bewerbungsprozesse festen digitalen Strukturen unterliegen, erscheint die persönliche Abgabe einer Bewerbungsmappe oder einem Stick jedoch mitunter extrem unpassend.

Bewerbung über Social Media

Auf Social Media und per App werden nicht mehr nur Freund:innen gesucht, gedatet oder Dinge verkauft. Da junge Menschen mehrere Stunden ihres Tages online verbringen, liegt es nahe, dass Unternehmen sie dort für offene Stellen begeistern wollen. Ganz nach dem Motto „The medium is the message“ (Marshall McLuhan) bietet der digitale Weg neue Facetten der Bewerbung.

Employer Branding

Der Inhalt und das Design auf den Social-Media-Kanälen und der Homepage eines Unternehmens sollten dich ansprechen und idealerweise nicht nur die freie Stelle, sondern auch die Unternehmenskultur widerspiegeln. Um für Bewerber:innen attraktiv zu sein, bemühen sich viele Unternehmen im Recruiting um eine moderne und coole Darstellung. Sie versuchen, den Gewohnheiten und Wünschen der potenziellen Arbeitnehmer:innen zu entsprechen. Darunter fallen neben digitalen und mobilen Bewerbungsverfahren mit niederschwelligen Kontaktmöglichkeiten auch Transparenz auf möglichst vielen Ebenen. All diese Anstrengungen lassen sich unter dem Begriff Employer Branding zusammenfassen. Es geht um den Aufbau eines attraktiven Arbeitgeberimages, das bestenfalls auch im Arbeitsalltag Realität ist.

WhatsApp

Viele Unternehmen bieten mittlerweile die Möglichkeit, kurze Fragen direkt per WhatsApp oder anderen Messengern zu klären. Hier erwarten die Unternehmen keine förmliche Bewerbung. Ziel ist vielmehr das unkomplizierte Kennenlernen ohne große Hürden. So kann es auch ganz ohne schriftliche Bewerbung zu einem Vorstellungsgespräch kommen.

TikTok

In TikTok-Clips werden tänzerisch oder sketchartig Jobs vorgestellt. Ein Beispiel hierfür ist das Klinikum Dortmund. Als „klinikumdo“ hat es mit seinen Videos bereits dreifach Millionenpublikum erreicht. Wenn du beim Scrollen auf TikTok zufällig auf Beiträge von interessanten Unternehmen stößt, schreibe sie an. So kannst du unkompliziert einen ersten Kontakt herstellen.

Online-Karrieremessen

Viele Unternehmen sind auf Online-Karrieremessen wie der karriere101 präsent, auf der Talente und Unternehmen in direkten Kontakt miteinander treten können: Beide Seiten swipen durch die Profile und vergeben Likes. Bei einem gegenseitigen Like entsteht ein Match. Nun kann man sich schreiben und für den Event Day einen Video Call vereinbaren.

Tipp: Wenn du per TikTok oder Instagram mit Unternehmen in Kontakt trittst, können sie dein Profil sehen. Überlege also, ob sie alle Posts in deinem Feed sehen sollten und lösche im Zweifel einzelne Posts!

Instagram

Unternehmen machen nicht nur per Instagram-Post auf ihre offenen Stellen aufmerksam, sie haben teilweise sogar eigene Karriereseiten (z.B. vodafone_karriere, boschkarriere, droetker-karriere). Neben dem Job des Monats oder der regelmäßigen Vorstellung einzelner Mitarbeiter:innen und ihrer Jobs werden firmeninterne Jobevents angekündigt und Kontaktstellen aufgezeigt.

Facebook

Auf Facebook findest du unzählige Seiten und Gruppen, die sich jeweils nach Region, Anstellungsart oder Branche unterscheiden. Filmschaffende werden unter anderem in der Gruppe „Crew Up“ fündig, andere bei „Jobs Aachen und Umgebung“, „Stellenmarkt-Nordrhein-Westfalen“ oder Seiten wie „Stellenangebote“ und „Minijobs“. Wer beitritt oder folgt, wird bei neuen Posts benachrichtigt und hat so die Chance, sich rasch zu bewerben.

One-Click-Bewerbung

Bei einer One-Click-Bewerbung werden über wenige Klicks die Inhalte der eigenen Profilseite eines Karrierenetzwerks, wie etwa LinkedIn oder Xing, in die Bewerbungsdatenbank des Unternehmens gespielt. Für Bewerber:innen ist diese Variante sehr bequem, da sie ihre Unterlagen nicht auf die jeweilige Firma anpassen müssen. Doch aufgrund der fehlenden Individualität kann sie für Kreative und Wortgewandte auch zum Nachteil werden.


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