Trendberufe im Visier

In den letzten Jahren haben zahlreiche internationale Krisen zu weitreichenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen geführt. Gleichzeitig bringen technische Innovationen eine Veränderung der Arbeitsweisen für viele Menschen mit sich. Diese Entwicklungen werden von einigen Menschen als Bedrohung, von anderen als Chance wahrgenommen. Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt: Trotz der Herausforderungen entwickelt er sich im Großen und Ganzen positiv. Während einige Jobs wegfallen, entstehen andere neu und es entwickeln sich im Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage sogar innovative Trendberufe.

Was ist ein Trendberuf?

Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit ist es gar nicht so einfach, Trends und die damit verbundenen langfristigen Entwicklungen auszumachen. Gleichwohl ist zu erkennen, dass bestimmte Branchen in den letzten Jahren enorm gewachsen sind und das Inter-esse für bestimmte Berufszweige gestiegen ist. Manche Berufe lassen sich über Rankings klar als Trendberufe identifizieren: Welche Stellen werden am häufigsten ausgeschrie-ben? Nach welchen Jobs suchen die meisten Menschen? Laut Trendforscher:innen werden aktuell in der Automobilindustrie, im Bauge-werbe, in der Ernährungsindustrie, im Hand-werk, bei Rundfunk und Medien sowie im Tourismus besonders viele Jobs angeboten. Andere Berufe befinden sich nicht in diesen Listen und können dennoch als Trend eingestuft werden: So gibt es heute wesentlich mehr Yoga-Lehrer:innen als vor zehn Jahren.

Neue Berufe – Neue Perspektiven

Bei all den neuen Trends darf man natürlich nicht vergessen, dass es Berufe und Bran-chen gibt, die höchstwahrscheinlich nie aus-sterben werden und somit auch zukünftig für viele Berufssuchende von Interesse sind. Hierfür ist der Einzelhandel ein gutes Beispiel: Obwohl immer mehr Besorgungen online erledigt werden, ist davon auszugehen, dass verschiedene Geschäfte wie etwa Bäckereien oder Baumärkte auf Dauer Bestand haben werden. Dafür werden Beschäftigte in verschiedenen Bereichen und mit unter-schiedlichen Qualifikationen gebraucht. Auch in der Entsorgungswirtschaft, in der Chemie-industrie, im Maschinenbau oder der Metall-industrie ist zu erwarten, dass die Zahl der Beschäftigten zukünftig stabil bleibt.

Wir stellen hier ein paar der neuen Trend-berufe vor und führen auf, warum es spannend sein kann, sich mit diesen Berufen etwas intensiver auseinanderzusetzen.

Content-Manager:in

In einer Welt, die von digitalen Inhalten domi-niert wird, spielen Content-Manager:innen eine herausragende Rolle. Mit der explosions-artigen Zunahme von Online-Plattformen, Social Media und Influencer:innen ist die Bedeutung dieses Berufsfelds kontinuierlich gewachsen. Content-Manager:innen sind dafür verantwortlich, ansprechende und rele-vante Inhalte zu erstellen, zu organisieren und zu verwalten, die das Interesse der Zielgruppe wecken und die Markenidentität stärken. Der Aufgabenbereich ist breit gefächert und kann je nach Unternehmen variieren. Mögliche Aufgaben sind die Entwicklung von Content-Strategien, die Erstellung von Content, dessen Verbreitung und im Anschluss die Analyse.

Zusammenarbeit mit Influencer:innen

Ein nah verwandter Beruf ist der der Influen-cerin bzw. des Influencers. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass Influencer:innen selbst im Mittelpunkt ihres Kanals stehen, während Content-Manager:innen meist im Hintergrund agieren. Die Zusammenarbeit von Unternehmen und Influencer:innen wird häufig als Marketinginstrument eingesetzt. Dies lohnt sich für die Unternehmen, da viele Influencer:innen eine große Anzahl an Follower:innen haben.

Blick in die Zukunft

In einer Zeit, in der digitale Inhalte immer mehr an Bedeutung gewinnen, wird der Job der Content-Manager:innen weiterhin an Bedeutung gewinnen und eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung der digitalen Markenpräsenz spielen.

Tipp: Informiere dich über aktuelle Entwicklungen in der jeweiligen Branche. Du kannst z.B. den Newsletter eines Fachverbandes abonnieren. Fachverbände sind Zusammenschlüsse von Unternehmen mit ähnlichen Interessen. So sind Buchhändler:innen und Verlage etwa im Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisiert.

KI-Spezialist:In

Der Bereich der Künstlichen Intelligenz hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Der enorme Wandel im technologischen Sektor und die damit zusammenhängenden maschinellen und autonomen Errungenschaften ermöglichen es der Menschheit, in ganz unterschiedlichen Bereichen effizienter zu handeln und zu arbeiten. Mit dem Erschließen dieses Sektors tun sich neue Arbeits-plätze in verschiedenen Branchen auf, beispielsweise für KI-Spezialist:innen.

Das Profil

Die Hauptaufgabe ist es, kognitive Systeme und Algorithmen zu entwickeln sowie Roboter und Maschinen zu programmieren. Mit einem abgeschlossenen Studium, etwa in Informatik, oder einer Ausbildung als Fachinformatiker:in haben KI-Spezialist:innen häufig eine große Affinität zu Logik, Statistiken und Zahlen und sind daran interessiert, Techniken und Systeme neu zu konstruieren. KI-Spezialist:innen werden beispielsweise in der Automobilbranche oder der Medizin gesucht.

Feelgood-Manager:in

Feelgood-Manager:innen sind in erster Linie für das Arbeitsklima und das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen verantwortlich. Ihr Ziel ist es, eine positive und produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen, in der sich die Beschäftigten wohlfühlen und ihre Potenziale optimal entfalten können. Grundlage ist meist ein geisteswissenschaftliches Studium.

Der Aufgabenbereich

Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, Maß-nahmen zu entwickeln, die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz steigern. Dazu kann beispielsweise die Organisation von Teambuilding-Events, gemeinsamen Aktivitäten oder Gesundheitsprogrammen gehören. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Unterstützung der Mitarbeiter:innen bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Darüber hinaus spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Einführung von Maßnahmen zur Stressprävention und der Bewältigung von Arbeitsbelastungen.

Bedeutung für Unternehmen

Die Präsenz einer Feelgood-Managerin in einem Unternehmen kann erhebliche Vorteile mit sich bringen. Zufriedene Mitarbeiter:innen sind in der Regel motivierter, leistungsfähiger und weniger anfällig für Stress oder Burnout. Ein angenehmes Betriebsklima wirkt sich zudem positiv auf die Mitarbeiterbindung aus und trägt dazu bei, qualifizierte Fachkräfte langfristig an das Unternehmen zu binden.

Fazit

Vor der Entscheidung, welche Ausbildung, welches Studium oder welcher Berufsweg eingeschlagen werden soll, lohnt es sich, zu schauen, welche Berufe zukunftsfähig sind. Einige Berufe sind aktuell sehr angesagt, doch wird es sie auch noch in zehn Jahren geben? Wer auf Nummer sich gehen möchte, sucht sich einen Beruf in Branchen, die es auch in 30 Jahren noch garantiert geben wird, zum Beispiel das Lehramt. Der Trend der Yoga-Studios wird hingegen mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann von einer anderen Mode ersetzt, sodass viele Yoga-Lehrer:innen sich umorientieren müssen.

Da jedoch niemand in die Glaskugel schauen kann und die Zukunft immer Überraschungen bereit hält, sollte die Entscheidung für den zukünftigen Berufsweg letztendlich auf Grundlage der persönlichen Interessen getroffen werden. Denn der entscheidende Punkt ist, dass du deine Zeit bereits in der nahen Zukunft zu einem überwiegenden Teil mit Inhalten und Tätigkeitsfeldern verbringen solltest, die dir Spaß machen. Schließlich hat man nur ein Leben.


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